Startseite Sammler.Net-Community Historische Reklame: Plauderecke Weshalb meine „Gritzner-Frau“ in der Sammlung bleibt!

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  • Dieses Thema hat 0 Antworten sowie 1 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 3 Monaten, 2 Wochen von Christian HuehnChristian Huehn aktualisiert.
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      Christian HuehnChristian Huehn
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        ::

        gritzner

        Das Interesse an Emailschildern, die für Nähmaschinen werben, ist unter uns Sammlerinnen und Sammlern ja eher durchwachsen. Ein norddeutscher Sammlerkollege gebraucht mir gegenüber oft scherzhaft die Wortwendung „vom Singer lass die Finger“.

        Im Laufe der letzten 40 Jahre sind viele Schilder mit freundlichen und fleißigen Näherinnen durch unsere Sammlung gegangen, doch nur dieses eine ist geblieben. Das hat sicher auch mit der Fundgeschichte auf einem halblegalen Trödelmarkt im südlichen Bezirk Suhl, nahe des Grenzgebiets, in den frühen 80er Jahren der DDR zu tun.

        In der Regel besuchte ich als Kind und Jugendlicher Trödelmärkte mit meinem Vater, gemeinsam waren wir über Jahre jedes Wochenende in der gesamten Republik unterwegs, auf der Jagd im Wartburg Tourist.

        Doch im Frühjahr 1983 lag mein Vater mit Nierensteinen im Krankenhaus. Glücklicherweise konnte ich meine Mutter überreden, am ganz frühen Morgen, mit mir in die Tiefen des Thüringer Waldes zu starten.

        Der Trödelmarkt bestand aus 10 Ständen am Rande eines Dorffestes, das noch nicht im Gange war. Mein Taschengeld war nach dem Kauf von zwei Sonneberger Bierschildern und einem Karton voll alter Blechdosen schnell aufgebraucht, als ein rüstiger Rentner unter der Plane seines Hängers die „Gritzner-Frau“ hervorzauberte.

        Ich war begeistert. Der Preis von 350 Mark der DDR war für mich, ohne eigenes Einkommen, ziemlich hoch. Nach zähen Verhandlungen einigten wir uns auf einen deutlich niedrigeren Betrag, meine Mutter zückte ihr kleines grünes Scheckheft und ich war sehr glücklich.

        Das restliche Jahr hab ich den fällige Betrag in der Familie abgearbeitet, mit Fenster putzen, Flaschen wegbringen, Kohlen aus dem Keller holen, Müll runterbringen und Auto waschen. Auch deshalb ist und bleibt meine „Gritzner-Frau“ in Sammlung und Familie.

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