Ein Freiheitsheld wirbt für Kaffee: Dieses seltene Emailschild für den Feigenkaffee „Andre Hofer“ aus der Zeit um 1920 verbindet patriotische Symbolik mit früher Markenwerbung – und zeigt ein Porträt, das heute leicht gruselt.
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Dieses seltene Emailschild, hergestellt im Emaillierwerk Hans Fink, Parsing München, in der Zeit um 1920, wirbt für den Feigenkaffee „Andre Hofer“, ein typisches Produkt seiner Zeit. Es wurde am 25. Januar 2026 auf eBay.de für 1.060€ verkauft. Feigenkaffee war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein beliebter Kaffeeersatz oder -zusatz.
Kaffee aus gerösteten Feigen
Echter Bohnenkaffee war damals teuer und importabhängig, während Feigenkaffee aus gerösteten Feigen im Alpenraum günstig hergestellt werden konnte. Er galt als bekömmlich, koffeinfrei und alltagstauglich – ein Getränk für breite Bevölkerungsschichten.
Die Marke „Andre Hofer“ geht auf ein Handels- und Produktionsunternehmen zurück, das bereits im 18. Jahrhundert im Raum Salzburg entstand.
Dieses hat sich später zu einem bedeutenden Hersteller von Feigen- und Malzkaffee entwickelt. In den 1920er- und 1930er-Jahren war der Name im gesamten Alpenraum bekannt. Die Firma verstand es geschickt, Tradition und Heimatverbundenheit zu vermarkten.
Tiroler Freiheitskämpfer
Der Name erinnert bewusst an Andreas Hofer, den Tiroler Freiheitskämpfer von 1809. Zwar bestand keine direkte Verbindung zwischen der historischen Person und dem Produkt, doch Hofer stand als Symbol für Bodenständigkeit, Glauben und Widerstandskraft – Werte, die in der Werbung jener Zeit stark wirkten. Sein Name verlieh dem Feigenkaffee Glaubwürdigkeit und eine patriotische Note.
So erzählt das recht seltene Emailschild nicht nur von einem Getränk, sondern auch von Konsumkultur, Heimatbildern und Marketingstrategien der Zwischenkriegszeit – ein Stück Alltagsgeschichte in Emaille.
Am 20. Februar 1810 wurde Andreas Hofer hingerichtet. Sein Tod machte ihn zur Legende. Bis heute gilt er als Symbol für Freiheitswillen, Glauben und den Widerstand eines kleinen Landes gegen große Mächte – eine Figur, die tief im Tiroler Selbstverständnis verankert ist.

