
Captain Future war mehr als eine Zeichentrickserie, er war ein Versprechen auf Zukunft. Mit der „Future Comet“ von Popynica entstand Anfang der 1980er Jahre ein Spielzeugklassiker, der bis heute Sammler begeistert. Hintergründe, Marktwerte 2026 und ein Auftritt bei „Bares für Rares“ im Überblick.
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Wenn im deutschen Fernsehen Anfang der 1980er Jahre die Titelmelodie von Captain Future erklang, war das für viele Kinder mehr als nur eine Zeichentrickserie. Es war das Tor ins All. Zwischen Neonfarben, Synthesizer-Klängen und galaktischen Abenteuern wurde eine ganze Generation geprägt.
Eine literarische Schöpfung von Edmond Hamilton
Bevor Captain Future deutsche Fernsehbildschirme eroberte, war die Figur eine literarische Schöpfung des amerikanischen Science-Fiction-Autors Edmond Hamilton. Ab 1940 veröffentlichte er die Abenteuer von Curtis Newton in US-Pulp-Magazinen. Schnell erzählte Weltraumgeschichten voller technischer Visionen und moralischer Klarheit kamen damals gut an.
Hamiltons Held war kein gebrochener Charakter, sondern ein optimistischer Wissenschaftler im Dienst der Menschheit. Als Japan Ende der 1970er Jahre den Stoff als Anime adaptierte, erhielt diese klassische Figur eine neue visuelle Kraft.
In Deutschland wurde die Serie schließlich zum Kult und legte damit auch den Grundstein für ein Spielzeug, das bei Sammlern heute zu den begehrten Relikten jener Ära zählt.

Die Geburt einer Ikone
Verantwortlich für das gesuchte Serien-Artefakt war die japanische Firma Popy, eine Bandai-Tochter, die mit ihrer Marke „Popynica“ Maßstäbe im Bereich hochwertiger Anime-Fahrzeuge setzte.
Zwischen 1979 und 1981 erschien die „Future Comet“, das Raumschiff von Curtis Newton, in einer Ausführung, die heute als eins der Paradebeispiele der Hochphase der japanischen Die-Cast-Spielzeugproduktion (etwa 1974 – 1982) gilt.
Anders als moderne Sammlerausführungen war die Popynica-Comet kein reines Vitrinenmodell. Sie war Spielzeug im besten Sinne: robust, schwer, mechanisch. Der zentrale Rumpf besteht aus Zinkdruckguss, kombiniert mit Kunststoffelementen für Flügel, Cockpit und Projektilmechanik.
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Abschussfunktionen, abnehmbare Module und kleine Beiboote sorgten für „Action“ – auch wenn die äußeren Protonen-Projektile im Anime so nicht sichtbar waren. Hier zeigte sich die typische Logik der Zeit: Spielwert stand über absoluter Vorbildtreue.
Gerade diese Mischung aus Metall, Mechanik und kindlicher Fantasie macht den Reiz heute aus. Die Comet ist kein Modellbauobjekt, sondern ein Zeitdokument.
Technische Daten: Popynica „Future Comet“
Hersteller: Popy (Japan)Produktionszeitraum: ca. 1979–1981
Material: Zinkdruckguss & Kunststoff
Funktionen: Abschussmechanik, abnehmbare Teile
Originalverpackung: Styropor-Inlay mit farbig bedruckter Box
Zwischen Anime-Ästhetik und Showa-Spielkultur
Vergleicht man das Spielzeug mit der Comet aus der Serie, fallen Unterschiede auf. Im Anime wirkt das Schiff aerodynamischer, eleganter, mit integrierten Waffensystemen. Das Spielzeug hingegen ist kompakter und technisch akzentuierter.
Gelbe Steck-Projektile, die sogenannten Protonen-Raketen, dominieren die Frontpartie – ein klares Zugeständnis an die damalige Erwartungshaltung: Ein Raumschiff musste „schießen“ können.
Diese Interpretation ist typisch für die sogenannte Showa-Ära des japanischen Spielzeugs (bis 1989). Popynica-Modelle verbanden Metallanteil, Mechanik und Lizenzthemen zu langlebigen Hybridobjekten.
Sie waren weder reine Blechspielzeuge der 60er noch detailversessene Sammlermodelle der 2000er. Sie standen dazwischen.
Anime vs. Spielzeug
Anime-Comet:Schlanke Proportionen
Integrierte Waffensysteme
Fokus auf Designästhetik
Popynica-Comet:
Kompakter Aufbau
Sichtbare Steck-Projektile
Mechanischer Spielwert
Wer sammelt Captain Future?
Der Markt ist kleiner als bei großen US-Franchises, aber stabil und international. Drei Gruppen dominieren: Die deutsche Nostalgie-Generation, die die Serie im ZDF erlebte, Japan-Vintage-Toy-Sammler und Die-Cast-Spezialisten, für die Materialität und Produktionsgeschichte entscheidend sind.
Besonders Deutschland spielt eine bemerkenswerte Rolle. Während die Serie in Japan erfolgreich war, wurde sie hierzulande bei der damaligen Generation fast schon identitätsstiftend. Diese emotionale Aufladung wirkt bis heute wertstabilisierend.
Warum bleibt das Interesse bestehen? Zum einen wegen der kurzen Produktionszeit von nur wenigen Jahren. Zum anderen, weil es sich um originale Erstauflagen handelt – keine spätere Retro-Replik. Hinzu kommt ein psychologischer Faktor: Die Generation der damaligen Zuschauer ist heute kaufkräftig. Was einst unerreichbar war, kann nun erworben werden.
Doch jenseits aller Marktbetrachtung bleibt etwas anderes entscheidend: Die Popynica-Comet ist ein Objekt, das eine Epoche verdichtet. Sie steht für eine Zeit, in der Zukunft noch bunt war, Technik verheißungsvoll klang und ein Raumschiff aus Metall mehr wog als nur sein Material.
Marktwerte (2026, Richtwerte)
Lose, bespielt: 50-150€Mit OVP, guter Zustand: 250–500€
Komplett, Near Mint: 450–900€
Werttreiber: vollständiges Zubehör, unverfärbte Teile, intakter Karton.
(Richtwerte aus diversen erzielten Auktions- und Marktpreisen)
Captain Futures Raumschiff bei “Bares für Rares”

Am Donnerstag, den 26. Februar 2026 hatte Captain Future bei seinem deutschen “Haussender”, dem ZDF, mal einen etwas anderen Auftritt. Das Raumschiff Future von Popy hatte es nach Pulheim ins Walzwerk verschlagen, wo “Bares für Rares”-Moderator Horst Lichter und Experte Detlev Kümmel sichtlich Freude an dem guten Stück hatten.
Das Modell kam in der Original-Verpackung (OVP), die allerdings nicht mehr in einem ganz so hervorragenden Zustand war. Auch am Spielzeug selbst gab es Mängel: So fehlten zwei der insgesamt sechs Projektile und ein drittes war beschädigt.
Die Datierung des Die-Cast-Modells hingegen war leicht auszumachen. Am unteren Rand auf der OVP kann man das Herstellungs- resp. Vertriebsjahr sehen: 1980. Es erschien pünktlich zum Auftakt der ZDF-Serie.

Der ZDF-Experte betonte, dass das Comet-Raumschiff zu der Chōgōkin-Serie gehöre. Chōgōkin ist eine von Popy in den 1970er-Jahren eingeführte Markenbezeichnung für hochwertige japanische Spielzeuge mit Zinkdruckguss-Metallanteil, die vor allem durch ihre schweren, robusten Super-Roboter-Modelle berühmt wurde.
Der Anbieter, der das Modell als Kind selbst bekommen hatte, wünschte sich dafür mindestens 200€. Detlef Kümmel taxierte das Spielzeug aufgrund der Gebrauchsspuren auf 300 bis 350€. Im Händlerraum tat man sich etwas schwer mit dem Objekt.
Christian Vechtel ging schließlich als Meistbietender hervor. 200€ wollte er bezahlen, nachdem der Anbieter den Schätzpreis verraten hatte. Schließlich einigte dieser sich mit Vechtel auf 250€. Auf dem Sammlermarkt hätte es sicherlich mehr gegeben.
* Die Schreibweise Popinica, wie sie auf der deutschen OVP zu lesen steht, ist falsch. Die richtige Schreibweise lautet Popynica.



