BV-ARAL: Seltenes Ölkabinett bei Bares für Rares

Originale, emaillierte Ölkabinette gehören zu den markantesten Relikten der Tankstellengeschichte. Am Dienstag, den 2. Juni 2026, tauchte ein solches von BV-Aral bei Bares für Rares auf.

Das gezeigte Ölkabinett stammt aus dem Jahr 1954, wie eine originale Herstellerplakette im Inneren verrät. Emailliert wurde es von der Firma C. Robert Dold. Trotz seines Alters präsentierte sich das Stück in bemerkenswert gutem Zustand.

Lediglich geringe Gebrauchsspuren zeugten von den vergangenen sieben Jahrzehnten. Schade nur, dass die rückseitige Glasscheibe beim Transport nach Pulheim zu Bruch gegangen war.


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Eingeliefert wurde das Kabinett von Thorsten, Ingenieur im Ruhestand, und seiner Tochter Tanja, Ärztin und dreifache Mutter. Thorsten hatte das Ölkabinett einst zusammen mit einer passenden Tanksäule erworben. Die Zapfsäule war jedoch bereits verkauft worden, sodass das Kabinett nun allein den Weg in die ZDF-Trödelshow fand.

Die Preisvorstellung der beiden war bescheiden: Alles ab 80 Euro wäre für sie ein Erfolg gewesen.

Als BV noch über der ARAL-Raute stand

Besonders interessant ist das kleine BV-Emblem oberhalb der bekannten ARAL-Raute. Es verweist auf die Ursprünge der Marke. BV steht für Benzol-Verband, eine Organisation, deren Wurzeln bis ins Jahr 1898 zurückreichen.

Damals gründeten mehrere Bergbauunternehmen die Westdeutsche Benzol-Verkaufsvereinigung, aus der später der Benzol-Verband hervorging. 1924 entwickelte der Chemiker Walter Ostwald einen neuartigen Kraftstoff aus Benzin und Benzol. Aus den Begriffen ARomaten und ALiphaten entstand der Markenname ARAL.

1952 wurde aus dem Benzol-Verband die BV-Aral AG. Das gezeigte Ölkabinett stammt demnach ziemlich genau aus dieser Übergangszeit. Es trägt noch das BV-Zeichen, zeigt aber bereits die moderne ARAL-Raute. Wenige Jahre später verschwand der Hinweis auf den Benzol-Verband aus dem Markenauftritt, und aus BV-Aral wurde die Aral AG.

Ölkabinette waren weit mehr als einfache Aufbewahrungsschränke. Hinter der großen Glasfront wurden Motoröle und Schmierstoffe präsentiert, während sich im Inneren Vorräte lagern ließen. Sie dienten als Verkaufsdisplay, Werbeträger und Tankstellenausstattung zugleich.

Heute zählen originale Ölkabinette zu den gesuchten Objekten der Petroliana-Szene. Besonders frühe Exemplare mit BV-Aral-Logo tauchen nur selten auf dem Markt auf.

Verhaltener Bieterwettstreit

Experte Sven Deutschmanek bewertete das Kabinett mit 400 bis 500 Euro. Im Händlerraum hielt sich das Interesse jedoch in Grenzen. Die anwesenden Händler gelten nicht gerade als ausgewiesene Spezialisten für historische Reklame und Tankstellenobjekte.

Schließlich fanden sich mit Julian Schmitz-Avila und Wolfgang Pauritsch zwei Interessenten, die das Ölkabinett gemeinsam für 300 Euro erwarben. Damit blieb der Zuschlag deutlich unter der Expertise, lag aber weit über den Erwartungen der Einlieferer.

Schnäppchen oder fairer Preis?

Interessant ist ein Blick zurück: Bereits vor einer Reihe von Jahren tauchte in der RTL-II-Sendung Der Trödeltrupp ebenfalls ein Aral-Ölkabinett auf. Obwohl sich dieses Exemplar in einem sichtbar schlechteren Zustand befand, erzielte Moderator „Dete“ (wie der heutige BfR-Experte Detlev Kümmel beim Privatsender genannt wurde) für seine Klienten damals 500 Euro. Ursprünglich wollte er deren 900. Siehe Video unten.

Natürlich lassen sich solche Verkäufe nicht direkt vergleichen. Zustand, Ausführung, Käuferpublikum und Zeitpunkt spielen immer eine Rolle. Dennoch stellt sich die Frage, ob die 300 Euro bei Bares für Rares nicht eher ein zu günstiger Einkauf für die Händler waren.

Das gezeigte Kabinett punktete schließlich mit mehreren starken Argumenten: frühes BV-Aral-Logo, datiert auf 1954, Hersteller Dold, guter Originalzustand und eine Ausstrahlung, die jedes Sammlerzimmer, jede Garage oder Ausstellung bereichern dürfte. Und wer sich im Netz umsieht, findet eine Reihe kleinerer oder ähnlicher Modelle, für die weitaus höhere Tarife aufgerufen werden.

Wie seht Ihr das?

War die Expertise von Sven Deutschmanek mit 400 bis 500 Euro realistisch? Waren die 300 Euro Zuschlag ein echtes Schnäppchen für Wolfgang Pauritsch und Julian Schmitz-Avila? Oder hätte ein solches BV-Aral-Ölkabinett bei einer spezialisierten Reklame- oder Petroliana-Auktion deutlich mehr erzielen können?

Schreibt Eure Meinung gerne in die Kommentare!


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1 Kommentar
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Ich verstehe nicht, wieso man sich nur 80 Euro für so was wünschen kann, was doch 10mal mehr Wert hat. Haben die Leute kein Internet, wo sie sich informieren können? Beispiel: Kleinanzeigen

kleinanzeigenaralvb