Lithografierte Botanisiertrommeln: Varianten und Bewertung

Sie strahlen einen ganz besonderen Charme aus: Alte Botanisierdosen aus lithografiertem Blech zeugen von Naturkunde, Schulgeschichte und der Ästhetik der Jahrhundertwende. Heute sind diese sogenannten Botanisiertrommeln beliebte Sammelobjekte.

Lithografierte Botanisiertrommeln: Varianten und Bewertung – Bild 1
Wenn Flora und Automobilia sich begegnen. Botanisiertrommel, frühes 20. Jahrhundert. 32 x 12 x 8 cm, Blech mit lithografiertem und geprägtem Motiv.
(Bild: Micky Waue Auktionen)

Vor allem im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte die Botanisierdose ihre große Zeit. Damals war das Interesse an der Natur enorm. Botanische Vereine entstanden, der Schulunterricht legte Wert auf Pflanzenkunde, und viele Menschen zogen mit Sammelbüchern und Trommeln hinaus, um Blumen, Farne oder Gräser für ein Herbarium zu sammeln.

Die Dose erfüllte dabei einen ganz praktischen Zweck. Frisch gepflückte Pflanzen sollten auf dem Heimweg nicht zerknittern oder austrocknen. In der geschlossenen Blechdose blieben sie geschützt vor Sonne, Wind und Druck, bis sie später zu Hause gepresst und sorgfältig archiviert wurden.

Blütezeit und Herkunft

Das Verb botanisieren leitet sich von dem Nomen Botanik ab, welches wiederum auf das altgriechische Wort botánē für „Pflanze“, „Kraut“ oder „Weide“ zurückgeht.  Botanisieren bedeutet also, Pflanzen zu sammeln und wissenschaftlich zu ordnen.

Botanisierdosen aus Blech erzählen von einer Zeit, in der Naturbeobachtung zum Alltag gehörte und das Botanisieren eine beliebte Freizeitbeschäftigung war. Heute verbinden sie Funktion, Handwerkskunst und Nostalgie und machen genau deshalb einen besonderen Reiz für Sammler aus.


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Die klassische Botanisiertrommel aus lithografiertem Blech hatte ihre Hochphase etwa zwischen 1890 und 1910. Verbreitet war sie in ganz Europa, besonders häufig finden sich erhaltene Stücke jedoch in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum. Hier existierten zahlreiche kleinere und größere Blechwarenfabriken, die solche Gebrauchsgegenstände in großer Zahl herstellten.

Botanisierdosen waren Alltagsobjekte, oft regional gefertigt und nicht unbedingt für den dauerhaften Erhalt gedacht. Umso erstaunlicher ist es, wie viele Exemplare bis heute überlebt haben.

Typische Formen und Modelle

Botanisierdosen gibt es in mehreren klassischen Bauformen, die sich je nach Zeit, Verwendungszweck und Zielgruppe unterscheiden. Sehr verbreitet sind die runden Botanisiertrommeln, die an kleine Zylinderdosen erinnern. Sie waren praktisch, stabil und boten genügend Platz für zusammengerollte Pflanzenstängel oder kleinere Sträuße.

Daneben finden sich ovale Modelle, die oft etwas eleganter wirken und sich besser am Körper tragen ließen. Diese Form war besonders beliebt, weil sie flacher auflag und beim Gehen weniger störte.

Lithografierte Botanisiertrommeln: Varianten und Bewertung – Bild 2
Seltene Zeppelin II-Botanisierdose in Form des Luftschiffes. Die muss damals ultramodern gewirkt haben. Weißblech, farbig lithografiert, ca. 25 cm lang.
(Bild: Auktionshaus Mehlis | Invaluable.com)

Eine weitere typische Variante sind Botanisierdosen mit Klappdeckel oder Verschlussklappe. Gerade auf diesen Deckeln befinden sich häufig die schönsten Lithografien: romantische Burgen, Jagdszenen, Blumenornamente oder idyllische Landschaften. Solche Motive machen viele Stücke heute zu begehrten Sammlerobjekten.

Für Schulkinder wurden zudem kleinere, oft besonders dekorative Ausführungen hergestellt. Sie sind heute seltener zu finden und entsprechend gesucht.

Kleine Kunstwerke aus Blech

Der besondere Reiz vieler Botanisiertrommeln liegt in ihrer Gestaltung. Während einfache Exemplare schlicht lackiert waren, wurden hochwertigere Stücke mit farbigen Lithografien versehen. Diese zeigen häufig nostalgische Szenen, Naturdarstellungen oder heimatliche Motive und spiegeln den Zeitgeschmack der Jahrhundertwende wider.

Gerade Trommeln mit aufwendigen Bildern oder Jugendstil-Elementen erzielen unter Sammlern eine besondere Aufmerksamkeit.


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Der Wert einer antiken Botanisierdose hängt stark vom Zustand ab. Gut erhaltene Stücke mit originalem Lack, klarer Lithografie und ohne größere Dellen oder Roststellen werden deutlich höher gehandelt als stark beschädigte Exemplare. Auch die Seltenheit des Motivs spielt eine Rolle.

Besonders dekorative oder ungewöhnliche Deckelbilder sind gefragt, ebenso kleinere Kindermodelle oder Sonderformen. Auf Online-Marktplätzen wie eBay tauchen Botanisiertrommeln regelmäßig auf. Je nach Erhaltung und Attraktivität bewegen sich die Preise meist zwischen etwa 30 und 200 Euro, in Ausnahmefällen auch darüber.

Sammler.Net-Tipp

Beim Kauf antiker Botanisierdosen zählt vor allem der Zustand. Gut erhaltene Stücke mit originaler Lithografie, wenig Abbrieb und/oder Rost und intaktem Trageriemen sind besonders gefragt. Achten Sie außerdem auf seltene Motive oder Sonderformen – diese erzielen oft deutlich höhere Preise als einfache Weißblech-Ausführungen.


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