Während das Original stolze 75 x 50 cm misst, fällt diese Fälschung des Kraftfahrkurse-Emailschilds mit 30 x 20 cm deutlich kleiner aus. Doch wer das echte nicht kennt, könnte auch hier auf den ersten Blick an ein altes Original denken.
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Aktuell wird wieder ein Emailschild „Kraftfahrkurse – Reparaturwerkstätte – Garagen und Tankstelle – Clemens Heim Bamberg“ angeboten, bei dem auf den ersten Blick der Eindruck eines alten Originalstücks entstehen kann.
Bei genauer Betrachtung zeigen sich jedoch mehrere deutliche Abweichungen gegenüber dem bekannten Original.

Das Original
Bei diesem handelt es sich um ein stark gewölbtes Emailschild, gewölbt, dick schabloniert, aus der Zeit um 1930. Es ist 75 x 50 cm und wurde bei Boos & Hahn, Ortenberg-Baden, hergestellt.

Typisch für originale Ausführungen sind, neben der Größe:
- kräftige Wölbung
- tiefer Emailglanz
- saubere Schablonierung
- klar definierte Schriftzüge
- feine grafische Ausarbeitung der Fahrerfigur
Die Fälschung
Bei dem aktuell angebotenen, im Umdruckverfahren produzierten Schild fallen, neben der Größe und der Herstellungsart, gleich mehrere Punkte auf, die nicht mit dem bekannten Original übereinstimmen.

Bereits im oberen Bereich zeigen sich Unterschiede in der Ausführung der Schrift: Der Schriftzug „Kraftfahrkurse“ wirkt breiter und weniger präzise gesetzt. Auch bei „Reparaturwerkstätte“ fallen leicht veränderte Buchstabenformen auf.
Besonders deutlich wird es aber im mittleren Bereich bei: „GARAGEN UND TANKSTELLE“. Hier stimmen Buchstabenbreite, Abstände und Linienführung nicht mit dem Original überein.
Die Fahrerfigur wirkt beim angebotenen Schild gröber. Typische Unterschiede:

- Gesicht weniger fein ausgearbeitet
- Hände vereinfacht dargestellt
- Speichen am Steuerrad länger
- Konturen insgesamt härter
Beim Original sind die Übergänge innerhalb der Schablonierung deutlich ruhiger.
Auffällig ist außerdem die künstlich herbeigeführte Alterung an den Befestigungslöchern. Die Rostspuren sitzen sehr dekorativ an allen Ecken und wirken gleichmäßig verteilt. Bei alten Originalschildern entstehen Alterungsspuren meist unregelmäßiger.
Die Emaillierung wirkt insgesamt stumpfer. Originale Schilder von Boos & Hahn, Ortenberg-Baden zeigen mehr Tiefe in der Oberfläche. Die frischen Rostspuren sind ein weiterer Hinweis auf die Manipulation in Sachen Alterung.


Eine Herstellerangabe unten rechts ist zwar vorhanden, jedoch in der Ausführung anders als bei bekannten Originalen. Man erkennt deutlich die viel zu strenge Computer-Typographie. Auch hier lohnt der direkte Vergleich:
Irreführende Beschreibung im Angebot
Interessant ist bei unserem Beispiel von eBay.de vor allem die Artikelbeschreibung des angebotenen Schildes. Der Anbieter bezeichnet das Schild mit “Vintage” und zusätzlich “alt”. Während der Begriff “alt” dehnbar ist, trifft dies auf den Begriff “Vintage” nicht zu. Dieser ist genau definiert (siehe hier) und bedeutet, dass ein Objekt ein authentisches aus der jeweiligen Zeit ist.
Das Schild wird außerdem in der Kategorie „Originale“ angeboten, obwohl es offensichtlich keins ist. In diesem Format hat das Schild nie als echtes Emailschild, das zu Werbezwecken eingesetzt wurde, existiert.
Eine eindeutige Kennzeichnung als Reproduktion oder Nachfertigung, wie es eigentlich sein müsste, erfolgt nicht. Dadurch kann bei Käufern leicht der Eindruck entstehen, es handle sich um ein historisches Original.
Wie immer gilt: Vor dem Kauf alter Emailschilder lohnt sich der direkte Vergleich mit gesicherten Originalen.
Hier ein Link zum hier beschriebenen, gefälschten Emailschild:
