„Gesund durch Braso-Nährbier“: Dieser Werbespruch wirkt heute fast surreal. Genau deshalb gehört dieses Emailschild der Brauhaus Sonneberg AG zu den besonders reizvollen Beispielen deutscher Brauereireklame der 1930er Jahre.
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Das um 1935 entstandene Schild zeigt ein blondes Mädchen mit einem Glas dunklem Bier neben einer großen Bügelflasche „Braso-Nährbier“. Beworben wird das Getränk als „Vollbier“, „alkoholarm“ und mit „hohem Nährwert“. Besonders bemerkenswert ist die damalige Empfehlung für Kinder, stillende Mütter und Rekonvaleszente: Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, damals jedoch durchaus zeittypisch!
Sogenannte Nähr- und Malzbiere galten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tatsächlich als kräftigend. Sie lieferten Kalorien, Malzzucker und Energie und wurden beinahe wie ein Stärkungsmittel vermarktet. Viele dieser Biere waren trotz der gesundheitsbezogenen Werbung leicht alkoholhaltig, wenn auch deutlich schwächer als normales Bier.
Charmant, skurril und herrlich kitschig
Gerade dieser Widerspruch macht heute den besonderen Reiz solcher Reklame aus. Das Schild wirkt zugleich charmant, skurril und herrlich kitschig. Genau deshalb bleibt es sofort im Gedächtnis.
Kräftige Farben, plastische Schrift und ein für die Zeit erstaunlich modernes, fotorealistisches Motiv zeichen das Emailplakat aus. Produziert wurde das Schild von Boos & Hahn in Ortenberg/Baden.
Die Brauhaus Sonneberg AG entstand Anfang der 1930er Jahre aus älteren Brauereistrukturen in Thüringen. Die Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Nach mehreren Umfirmierungen firmierte das Unternehmen ab 1931 unter dem Namen „Brauhaus Sonneberg AG“, bevor der Betrieb später verstaatlicht wurde.
Rezente Auktionsergebnisse aus Worms
Das derzeit bei eBay angebotene Exemplar präsentiert sich in frischer Farbigkeit mit gutem Glanz und überschaubaren Gebrauchsspuren. Gerade die Kombination aus Kindermotiv, Gesundheitsversprechen und Bierwerbung macht das Schild heute zu einem der einprägsameren deutschen Nährbier-Motive der Vorkriegszeit.
Dass das Motiv unter Sammlern geschätzt wird, zeigen auch Auktionsergebnisse der vergangenen Jahre: Bei der Wormser Reklame-Auktion erzielten vergleichbare Exemplare 2022 einen Zuschlag von 1.000 Euro und 2024 immerhin noch 650 Euro, jeweils zuzüglich Aufgeld.
Hier geht es zur aktuellen Auktion bei eBay.de:
