Der Globus-Kraftmesser gehört zu den klassischen mechanischen Unterhaltungsautomaten der Zwischenkriegszeit. Einst auf Jahrmärkten und in Gaststätten im Einsatz, fasziniert er heute vor allem Sammler historischer Automaten. Jetzt ist auch ein Exemplar bei Bares für Rares zu sehen.
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Bei dem hier abgebildeten Gerät handelt es sich um einen sogenannten Kraftmesser der Marke Globus, einen mechanischen Kraftprüfautomaten, wie er in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vor allem auf Jahrmärkten, in Gaststätten und Vergnügungslokalen anzutreffen war.
Solche Automaten dienten weniger einer exakten Messung als vielmehr dem spielerischen Vergleich körperlicher Stärke und gehörten über viele Jahre zum festen Inventar öffentlicher Unterhaltungsorte.
Charakteristisch ist das aufwendig gearbeitete Holzgehäuse mit giebelartigem Aufbau, das dem Gerät einen beinahe möbelartigen Charakter verleiht. Im Mittelpunkt steht die groß dimensionierte Rundskala mit der deutlich hervorgehobenen Bezeichnung „KRAFTMESSER“.
Die Gestaltung der Front mit ihren metallgefassten Anzeigen, dem kräftig gesetzten Schriftbild und den dekorativen Elementen entspricht dem Formempfinden der Zwischenkriegszeit.
1927 in Leipzig produziert
Die Funktionsweise beruht auf einem mechanischen Federwerk. Nach dem Münzeinwurf wurde der untere Griff mit Kraft betätigt, wodurch die Mechanik im Inneren ausgelöst wurde. Die übertragene Energie setzte den Zeiger der Skala in Bewegung und machte die erreichte Kraftleistung unmittelbar sichtbar.
Gerade diese direkte mechanische Rückmeldung gehörte zum Unterhaltungswert solcher Geräte und machte sie beim Publikum beliebt.
Modelle dieser Bauart werden heute überwiegend in die 1920er Jahre datiert. Der Name Globus findet sich bei mehreren erhaltenen Kraftmessern jener Zeit und steht für eine Gerätegattung, die technisch robust, gestalterisch markant und für den dauerhaften Einsatz im öffentlichen Raum konzipiert war.
Für den Globus-Kraftmesser wird heute überwiegend Jentzsch & Meerz aus Leipzig als Hersteller genannt, mit Datierung auf 1927. Mehrere spezialisierte Automatenarchive führen genau dieses Modell unter diesem Hersteller und Baujahr.
Faszination, die bis heute anhält
Auffällig ist bei diesem Exemplar insbesondere die vollständige Erhaltung der Frontgestaltung, die bei vergleichbaren Geräten häufig nur noch fragmentarisch vorhanden ist.
Im Bereich historischer Automaten besitzen Kraftmesser seit Jahren eine stabile sammlerische Nachfrage. Ausschlaggebend für die Bewertung sind Originalsubstanz, Funktionsfähigkeit, Zustand des Gehäuses sowie die Erhaltung der inneren Mechanik.
Der vorliegende Globus-Kraftmesser steht exemplarisch für jene Phase der Automatenentwicklung, in der technische Funktion und repräsentative Gestaltung noch eng miteinander verbunden waren. Gerade diese Verbindung erklärt die anhaltende Faszination solcher Geräte bis heute.
Globus-Kraftmesser bei “Bares für Rares”

Zwei Freunde hatten sich am Freitag, den 13. März auf nach Pulheim ins Walzwerk gemacht und ein schweres Objekt im Gepäck. Dabei handelte es sich um genau den antiken Automaten, um den es in diesem Beitrag geht.
Optisch sah das Gerät – von vorne – noch sehr gut aus, doch leider fehlte die Rückwand. Und auch im Inneren war nicht mehr alles so, wie es sein sollte. Funktionieren tat der Globus-Kraftmesser zwar noch, aber nicht mehr richtig.
Die Verkäufer wünschten sich “mehr als 1.000€” für das Objekt, doch da konnte Experte Sven Deutschmanek nicht zustimmen. In diesem Zustand seien 700 bis 800€ der maximale Wert. Im Händlerraum stieß das skurrile Teil auf große Resonnanz.
Das Rennen machte schließlich Walter Lehnertz, alias Waldi. Für 750€ geht der “Globus” nun in die Eifel.

