Am 1. Juni 2026 wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden. Kaum ein anderer Filmstar des 20. Jahrhunderts ist bis heute so präsent wie die blonde Hollywood-Legende. Ihr Gesicht schmückt Poster, Blechschilder, Neonreklamen, Kalender, Uhren und zahllose Sammlerartikel.
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Aus Sicht der Reklamegeschichte ist Marilyn Monroe ein bemerkenswerter Sonderfall. Obwohl ihr Gesicht heute auf unzähligen Werbe- und Dekorationsartikeln erscheint, machte sie selbst nur vergleichsweise selten Werbung für konkrete Produkte.
Anders als klassische Werbestars wurde Monroe nicht durch Reklame berühmt. Die Reklame machte sich später vielmehr ihr Bild zunutze.
Vom Fotomodell zum Mythos
Geboren wurde Marilyn Monroe 1926 in Los Angeles als Norma Jeane Mortenson. Ihre Karriere begann nicht vor der Filmkamera, sondern als Fotomodell. Bereits in den 1940er Jahren erschienen ihre Bilder in Anzeigen für Mode, Badebekleidung und Kosmetikprodukte.
Damals war sie noch weitgehend unbekannt. Erst mit ihrem Aufstieg in Hollywood entwickelte sich jene Mischung aus Glamour, Sinnlichkeit und Verletzlichkeit, die sie zu einer der berühmtesten Frauen ihrer Zeit machen sollte.
Anders als viele heutige Prominente war Monroe jedoch nur selten als offizielles Werbegesicht tätig. Die Filmstudios vermarkteten vor allem ihre Filme – und Marilyn Monroe selbst wurde zur Marke.
Die Hollywood-Legende und Chanel No. 5.
Die wohl bekannteste Verbindung zwischen Marilyn Monroe und einem Produkt entstand Anfang der 1950er Jahre. Bereits 1952 berichtete das Magazin Life über ihre Antwort auf die Frage, was sie nachts im Bett trage. Monroe antwortete, sie trage lediglich einige Tropfen Chanel No. 5. Die Aussage machte schnell die Runde und wurde zu einer der berühmtesten Produktnennungen der Werbegeschichte.
Dass dies mehr als nur eine flüchtige Bemerkung war, legt auch ein bislang unveröffentlichtes Fotoshooting für einen Artikel von Sidney Skolsky im Magazin Modern Screen aus dem Jahr 1953 nahe. Auf den Aufnahmen ist eine Flasche Chanel No. 5 auf ihrem Nachttisch zu erkennen.
Bemerkenswert bleibt dennoch, dass Marilyn Monroe niemals offiziell als Werbegesicht für das Parfüm verpflichtet wurde. Ihr wohl berühmtester Beitrag zur Geschichte von Chanel entstand ohne Vertrag, Honorar oder Werbekampagne.
Die Reklamekarriere begann erst nach ihrem Tod
Nach ihrem frühen Tod im Jahr 1962 geschah etwas Außergewöhnliches. Während viele Filmstars mit der Zeit in Vergessenheit geraten, entwickelte sich Marilyn Monroe zu einer Ikone, die weit über Hollywood hinausreichte.

Ihr Gesicht wurde zum Symbol für die amerikanischen 1950er Jahre, für Glamour, Schönheit und den Traum vom großen Aufstieg.
Vor allem die Pop-Art machte sie unsterblich. Die berühmten Marilyn-Porträts von Andy Warhol verwandelten die Schauspielerin endgültig in ein Symbol der modernen Konsumgesellschaft.
Von diesem Moment an entwickelte sich Marilyn Monroe zu einer der prägendsten Bildikonen der modernen Konsumgesellschaft.
Ein Gesicht verkauft bis heute
Kaum ein anderes Prominentenporträt wird weltweit so häufig auf Werbe- und Dekorationsartikeln verwendet wie das von Marilyn Monroe.
Ob Blechschilder, Leuchtreklamen, Diner-Dekorationen, Wanduhren, Kühlschrankmagnete oder nostalgische Werbeplakate – die Hollywood-Legende ist allgegenwärtig. Es gibt jetzt sogar einen Steiff-Bären als Marilyn, dies aus Anlass des 100. Geburtstags der Schauspielerin.
Für Sammler historischer Reklame ergibt sich eine interessante Situation. Originale Werbe- und Filmobjekte aus ihrer Lebenszeit sind selten und gesucht. Gleichzeitig existieren unzählige moderne Lizenzprodukte, die ihren Mythos bis heute vermarkten.
Marilyn Monroe ist damit eine der wenigen Persönlichkeiten, deren Werbewert Jahrzehnte nach ihrem Tod kaum nachgelassen hat.
Marylan-Emailschild mit … Marlene Dietrich
Wird oft mit Marilyn verwechselt: Auf einem um 1930 entstandenen Schild für „Marylan Creme“ blickt den Betrachter nicht etwa Marilyn Monroe entgegen – sie war damals gerade vier Jahre alt –, sondern die Schauspielerin Marlene Dietrich.

Die Ähnlichkeit des Markennamens führt leicht in die Irre, tatsächlich handelt es sich jedoch um eine frühe Form der prominenten Produktwerbung. Das Schild auf dem Foto erzielte 2023 bei einer Auktion beachtliche 4.600 Euro und erinnert daran, dass bekannte Persönlichkeiten schon lange vor dem Zeitalter von Social Media als Werbebotschafter dienten.
Marlene Dietrich warb bereits zu Lebzeiten aktiv für Produkte. Marilyn Monroe hingegen wurde nie zu einer klassischen Werbeträgerin. Stattdessen entwickelte sich ihr Porträt nach ihrem Tod zu einem der erfolgreichsten und meistverwendeten Bildmotive der Populärkultur.
Vielleicht liegt gerade darin das Geheimnis ihres anhaltenden Erfolges. Marilyn Monroe verkaufte nicht nur Filme oder Parfüm. Ihr Gesicht wurde selbst zur Marke und ihr Porträt zum Produkt. Hundert Jahre nach ihrer Geburt gehört es noch immer zu den bekanntesten Bildmotiven der Welt.
