Wer heute den Namen DUX in Verbindung mit altem Spielzeug hört, denkt wohl unweigerlich an das DUX-Kino oder auch an die Metallbaukästen der Marke. Die Geschichte der Marke reicht weit zurück und ist eng mit der westfälischen Firma Markes & Co. KG aus Lüdenscheid verbunden.

DUX war dank technischer Raffinesse, Filmspielzeug und innovativer Styling-Ansätze ein kreatives Kraftwerk im deutschen Spielzeugsektor. Von Bakelit-Filmprojektoren über mechanische Baukästen bis hin zu elektro-mechanischen Robotern – die Marke zeigte Ideenreichtum und Stilbewusstsein.
Gegründet wurde Markes & Co. bereits 1904. Was als Hersteller für technische Teile begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem höchst innovativen Spielwarenproduzenten.
Es brachte Spielzeug auf den Markt, das für Generationen von Kindern zu unvergesslichen Begleitern wurden und von denen heute manche heute bei Sammlern weltweit Kultstatus genießen.
Vom Metall zum Kunststoff – Pionierarbeit in Baukästen

In den 1930er Jahren machte DUX mit Metallbaukästen für Flugzeuge auf sich aufmerksam. Die stabilen Sets mit fein gearbeiteten Teilen ermöglichten es, detailgetreue Modelle zusammenzusetzen – eine Mischung aus Spiel und technischer Schulung, die perfekt in die Zeit passte.
Noch im gleichen Jahrzehnt folgte das vielleicht bekannteste Produkt der Vorkriegszeit: das DUX-Kino. Dieser kleine Filmprojektor brachte erstmals bewegte Bilder ins Kinderzimmer – ein revolutionäres Konzept.
Mit Handkurbel, später auch elektrischem Antrieb, konnten Kinder Klassiker wie Max und Moritz oder Der gestiefelte Kater auf die heimische Zimmerwand projizieren. Bis in die 1960er Jahre hinein blieb das DUX-Kino ein Dauerbrenner, immer wieder technisch modernisiert und mit neuen Filmrollen ausgestattet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Markes & Co. die Produktion neu auf und nutzte verstärkt Kunststoff als Werkstoff. Ab den 1950er Jahren erschienen Baukästen und Fahrzeugmodelle aus Plastik, die sich durch detailreiche Gestaltung und robuste Verarbeitung auszeichneten.
Besonders populär wurden die VW-Baukästen ab 1964, mit denen sich die legendären Volkswagen-Modelle – vom Käfer bis zum Bulli – nachbauen ließen.
Der große Wurf: Der Astroman

1959 wagte sich DUX in die Welt der Zukunftsfantasien – mit dem DUX Astroman. Während japanische Hersteller Blechroboter dominierten, setzte Markes & Co. bewusst auf Kunststoff und durchsichtiges Design.
Der grün-rote Roboter mit transparentem Oberkörper, sichtbar arbeitender Mechanik und leuchtender Antenne war ein echter Blickfang. Gesteuert über eine kabelgebundene Fernbedienung, konnte er Arme, Beine und Kopf bewegen – ein beeindruckendes Stück Ingenieurskunst im Spielzeugformat.
Auf der Seite Blechroboter.de finden Interessierte übrigens umfangreiche Informationen über den weltweit beliebten Roboter von DUX.
Bares für Rares: Ein Schnäppchen für Jos van Katwijk
Heute zählt der Astroman zu den ikonischen Sammlerstücken der Nachkriegszeit. Gut erhaltene Exemplare erzielten auf Auktionen schon Preise im vierstelligen Bereich – besonders selten sind Versionen mit intaktem Helm und originaler Verpackung.
Am Donnerstag, den 28. August 2025 wurde ein solcher Roboter in fast perfektem Zustand mit Originalverpackung und sämtlichen Papieren – also als Fullset – bei Bares für Rares angeboten.

Expertin Annika Raßbach schätzte die Rarität, die zwischen 1959 und 1964 produziert wurde, auf 400 bis 500€, die Anbieter wären schon mit 250€ zufrieden gewesen.
Im Händlerraum machte schließlich das Rennen und ein echtes Schnäppchen: Für nur 340€ sicherte sich Jos van Katwijk den Astroman. Glückwunsch!
Spielerische Vielfalt mit System
DUX brachte im Laufe der Jahrzehnte eine breite Produktpalette heraus: vom Technic-Baukasten (1962), der an moderne Konstruktionssysteme erinnerte, über Flugzeugmodelle und Spielzeugautos bis hin zu Spezialprodukten wie dem DUX-Kino 68, das erstmals mit 8-mm-Endlosfilmen arbeitete.
Allen gemeinsam war eine durchdachte technische Konzeption. DUX verstand Spielzeug nicht nur als bloße Unterhaltung, sondern als eine Möglichkeit, Kinder an Technik, Konstruktion und Gestaltung heranzuführen.
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Fantasie & Technik: Weltraum-Spielzeug im Wandel der Zeit
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In den 1970er Jahren geriet die deutsche Spielzeugindustrie zunehmend unter Druck und Billigimporte aus Asien überschwemmten den Markt.
Für Markes & Co. bedeutete das, die Spielzeugproduktion nach und nach einzustellen. Anfang der 1980er Jahre lief der letzte große DUX-Baukasten vom Band. Das Unternehmen selbst existiert jedoch bis heute – mittlerweile konzentriert sich Markes & Co. KG auf industrielle Produkte und technische Präzisionsteile.
Der Name DUX aber bleibt für Sammler und Nostalgiker ein Synonym für kreative Spielzeuggeschichte „Made in Germany“. Die Marke war ihrer Zeit oft einen Schritt voraus: Sie verband Technik mit Fantasie und machte das Kinderzimmer zum Ort kleiner Abenteuer.
Infobox: Historisches zu Markes & Cie. und DUX
| Jahr / Epoche | Ereignis & Bedeutung |
|---|---|
| 1904 | Gründung von Markes & Cie. in Lüdenscheid, zunächst Hersteller für technische Teile. |
| 1930er Jahre | Einstieg in den Spielwarenmarkt: Metallbaukästen für Flugzeuge und das legendäre DUX-Kino (Mini-Projektor für Kinderfilme). |
| 1950er Jahre | Umstellung auf Kunststoffspielzeug: Baukästen, Fahrzeugmodelle und kreative Konstruktionssysteme. |
| 1959 | Vorstellung des DUX Astroman, futuristischer Kunststoffroboter mit Fernsteuerung. Heute gesuchtes Sammlerstück. |
| 1960er Jahre | Erfolgreiche VW-Baukästen (Käfer, Bulli u. a.) und Weiterentwicklung des DUX-Kinos (Modell 68 mit 8-mm-Endlosfilm). |
| 1970er Jahre | Wachsende Konkurrenz durch asiatische Billigimporte → Rückgang der Spielzeugproduktion. |
| Anfang 1980er | Einstellung der Spielzeugproduktion. |
| Heute | Markes & Co. KG existiert weiterhin – Fokus auf industrielle Präzisionsteile. |
