DUX: Baukästen, Kinos und ein gesuchter Roboter aus Lüdenscheid

Wer heute den Namen DUX in Verbindung mit altem Spielzeug hört, denkt wohl unweigerlich an das DUX-Kino oder auch an die Metallbaukästen der Marke. Die Geschichte der Marke reicht weit zurück und ist eng mit der westfälischen Firma Markes & Co. KG aus Lüdenscheid verbunden.

DUX: Baukästen, Kinos und ein gesuchter Roboter aus Lüdenscheid – Bild 1
Deckel eines DUX-Kinos aus den 1950er Jahren: Dieses komplette Modell inkl. Filmstreifen ist hier zu haben!

DUX war dank technischer Raffinesse, Filmspielzeug und innovativer Styling-Ansätze ein kreatives Kraftwerk im deutschen Spielzeugsektor. Von Bakelit-Filmprojektoren über mechanische Baukästen bis hin zu elektro-mechanischen Robotern – die Marke zeigte Ideenreichtum und Stilbewusstsein.

Gegründet wurde Markes & Co. bereits 1904. Was als Hersteller für technische Teile begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem höchst innovativen Spielwarenproduzenten.

Es brachte Spielzeug auf den Markt, das für Generationen von Kindern zu unvergesslichen Begleitern wurden und von denen heute manche heute bei Sammlern weltweit Kultstatus genießen.

Vom Metall zum Kunststoff – Pionierarbeit in Baukästen

DUX: Baukästen, Kinos und ein gesuchter Roboter aus Lüdenscheid – Bild 2
Exzenterpresse: Die Nummer 102 der Modelle, die sich mit den Metallbaukästen von DUX zusammensetzen ließen. (Screenshot: eBay.de)

In den 1930er Jahren machte DUX mit Metallbaukästen für Flugzeuge auf sich aufmerksam. Die stabilen Sets mit fein gearbeiteten Teilen ermöglichten es, detailgetreue Modelle zusammenzusetzen – eine Mischung aus Spiel und technischer Schulung, die perfekt in die Zeit passte.

Noch im gleichen Jahrzehnt folgte das vielleicht bekannteste Produkt der Vorkriegszeit: das DUX-Kino. Dieser kleine Filmprojektor brachte erstmals bewegte Bilder ins Kinderzimmer – ein revolutionäres Konzept.


Jetzt bei eBay Anzeige
eBay-Partner: Sammler.Net verdient bei möglichen Käufen.
Wird geladen …

Mit Handkurbel, später auch elektrischem Antrieb, konnten Kinder Klassiker wie Max und Moritz oder Der gestiefelte Kater auf die heimische Zimmerwand projizieren. Bis in die 1960er Jahre hinein blieb das DUX-Kino ein Dauerbrenner, immer wieder technisch modernisiert und mit neuen Filmrollen ausgestattet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Markes & Co. die Produktion neu auf und nutzte verstärkt Kunststoff als Werkstoff. Ab den 1950er Jahren erschienen Baukästen und Fahrzeugmodelle aus Plastik, die sich durch detailreiche Gestaltung und robuste Verarbeitung auszeichneten.

Besonders populär wurden die VW-Baukästen ab 1964, mit denen sich die legendären Volkswagen-Modelle – vom Käfer bis zum Bulli – nachbauen ließen.

Der große Wurf: Der Astroman

DUX: Baukästen, Kinos und ein gesuchter Roboter aus Lüdenscheid – Bild 3
2015 brachte dieses Exemplar bei Morphy Auctions in Denver (USA) nicht weniger als 1.220 Dollar zzgl. Aufgeld. (Bild: Invaluable.com)

1959 wagte sich DUX in die Welt der Zukunftsfantasien – mit dem DUX Astroman. Während japanische Hersteller Blechroboter dominierten, setzte Markes & Co. bewusst auf Kunststoff und durchsichtiges Design.

Der grün-rote Roboter mit transparentem Oberkörper, sichtbar arbeitender Mechanik und leuchtender Antenne war ein echter Blickfang. Gesteuert über eine kabelgebundene Fernbedienung, konnte er Arme, Beine und Kopf bewegen – ein beeindruckendes Stück Ingenieurskunst im Spielzeugformat.

Auf der Seite Blechroboter.de finden Interessierte übrigens umfangreiche Informationen über den weltweit beliebten Roboter von DUX.

Bares für Rares: Ein Schnäppchen für Jos van Katwijk

Heute zählt der Astroman zu den ikonischen Sammlerstücken der Nachkriegszeit. Gut erhaltene Exemplare erzielten auf Auktionen schon Preise im vierstelligen Bereich – besonders selten sind Versionen mit intaktem Helm und originaler Verpackung.

Am Donnerstag, den 28. August 2025 wurde ein solcher Roboter in fast perfektem Zustand mit Originalverpackung und sämtlichen Papieren – also als Fullset – bei Bares für Rares angeboten.

DUX: Baukästen, Kinos und ein gesuchter Roboter aus Lüdenscheid – Bild 4
Der legendäre Astroman von DUX hatte am 28. August 2025 einen Auftritt bei Bares für Rares. (Screenshot: ZDF)

Expertin Annika Raßbach schätzte die Rarität, die zwischen 1959 und 1964 produziert wurde, auf 400 bis 500€, die Anbieter wären schon mit 250€ zufrieden gewesen.

Im Händlerraum machte schließlich das Rennen und ein echtes Schnäppchen: Für nur 340€ sicherte sich Jos van Katwijk den Astroman. Glückwunsch!

Spielerische Vielfalt mit System

DUX brachte im Laufe der Jahrzehnte eine breite Produktpalette heraus: vom Technic-Baukasten (1962), der an moderne Konstruktionssysteme erinnerte, über Flugzeugmodelle und Spielzeugautos bis hin zu Spezialprodukten wie dem DUX-Kino 68, das erstmals mit 8-mm-Endlosfilmen arbeitete.

Allen gemeinsam war eine durchdachte technische Konzeption. DUX verstand Spielzeug nicht nur als bloße Unterhaltung, sondern als eine Möglichkeit, Kinder an Technik, Konstruktion und Gestaltung heranzuführen.

Lust auf mehr Roboter?

Fantasie & Technik: Weltraum-Spielzeug im Wandel der Zeit

Anzeige
LEGO® Bauen und Spielen - Roboter: mit über 50 LEGO® Steinen und vielen Stickern
Spielzeug-Roboter begeistern bis heute kleine wie große Fans: Kein Wunder, dass da auch LEGO nicht abseits stehen will. Verschiedene Modelle lassen sich mit diesem Bausatz basteln!

In den 1970er Jahren geriet die deutsche Spielzeugindustrie zunehmend unter Druck und Billigimporte aus Asien überschwemmten den Markt.

Für Markes & Co. bedeutete das, die Spielzeugproduktion nach und nach einzustellen. Anfang der 1980er Jahre lief der letzte große DUX-Baukasten vom Band. Das Unternehmen selbst existiert jedoch bis heute – mittlerweile konzentriert sich Markes & Co. KG auf industrielle Produkte und technische Präzisionsteile.

Der Name DUX aber bleibt für Sammler und Nostalgiker ein Synonym für kreative Spielzeuggeschichte „Made in Germany“. Die Marke war ihrer Zeit oft einen Schritt voraus: Sie verband Technik mit Fantasie und machte das Kinderzimmer zum Ort kleiner Abenteuer.

Infobox: Historisches zu Markes & Cie. und DUX

Jahr / EpocheEreignis & Bedeutung
1904Gründung von Markes & Cie. in Lüdenscheid, zunächst Hersteller für technische Teile.
1930er JahreEinstieg in den Spielwarenmarkt: Metallbaukästen für Flugzeuge und das legendäre DUX-Kino (Mini-Projektor für Kinderfilme).
1950er JahreUmstellung auf Kunststoffspielzeug: Baukästen, Fahrzeugmodelle und kreative Konstruktionssysteme.
1959Vorstellung des DUX Astroman, futuristischer Kunststoffroboter mit Fernsteuerung. Heute gesuchtes Sammlerstück.
1960er JahreErfolgreiche VW-Baukästen (Käfer, Bulli u. a.) und Weiterentwicklung des DUX-Kinos (Modell 68 mit 8-mm-Endlosfilm).
1970er JahreWachsende Konkurrenz durch asiatische Billigimporte → Rückgang der Spielzeugproduktion.
Anfang 1980erEinstellung der Spielzeugproduktion.
HeuteMarkes & Co. KG existiert weiterhin – Fokus auf industrielle Präzisionsteile.

Jetzt bei eBay Anzeige
eBay-Partner: Sammler.Net verdient bei möglichen Käufen.
Wird geladen …

Anzeige
Als Partner von Amazon und eBay verdient diese Seite an qualifizierten Verkäufen.
Bei neuen Kommentaren benachrichtigen
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meiste Stimmen
Inline Feedbacks
View all comments