Gleich zwölf kleinformatige Maggi-Emailschilder, noch original verpackt und mit ungewöhnlicher Beschriftung: Der Fund aus einem ehemaligen Luxemburger Kolonialwarenlager dürfte nicht nur in der lokalen Sammlerszene für Aufregung sorgen.
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April, April …
Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Aprilscherz. Das Schild, der Bauunternehmer, die ganze Geschichte … frei erfunden. Wahr ist aber, dass es zweisprachige Maggi-Türschilder und spezielle MAGGI / KUB-Dosen für Luxemburg gab. Wir danken allen fürs Mitmachen und wünschen weiterhin viel Spaß beim Sammeln!
Bei Abrissarbeiten an einem ehemaligen Kolonialwarenlager im Zentrum von Luxemburg ist ein kleiner Posten bislang nicht dokumentierter Emailschilder von Maggi entdeckt worden. Das Lagergebäude befand sich über Jahrzehnte in Familienbesitz und galt in der Region als eines der letzten weitgehend original erhaltenen Handelslager dieser Art.
Vor dem Abriss hatte es Proteste aus lokalen Denkmalschutzkreisen gegeben, da sowohl Teile der Innenstruktur als auch historische Lagereinbauten erhalten waren. Eine Unterschutzstellung kam dennoch nicht zustande.
Einmaliger Fund in verstecktem Nebenraum
Nach Angaben des Finders – eines mit den Rückbauarbeiten befassten Bauunternehmers, der sich letzte Woche an uns wandte – kamen die Schilder beim Räumen eines schmalen Nebenraums hinter einer älteren Holzverkleidung zum Vorschein. Dort lagen sie in einem Wandschrank neben weiteren Dokumenten und Objekten aus der Zeit um 1920.
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Es waren insgesamt zwölf Exemplare übereinander, jeweils einzeln in kräftigeres Seidenpapier eingeschlagen. Die Schilder entsprechen in Materialstärke und Farbaufbau bekannten frühen Maggi-Ausführungen mit dunkelblauer Ober- und Unterzeile sowie rot emaillierter Marke. So kennt man es ähnlich von anderen Versionen u.a. für den französischen und den Schweizer Markt.
Etwas ungewöhnlich ist das Format. Das leicht gewölbte Schild misst ca. 38 x 18 cm. Noch auffälliger ist aber der untere Schriftzug.
“Wierze”, “Zoppen”, “Britten”
Die obere Zeile lautet hier WÜRZE · SUPPEN · BOUILLON, so wie man es u.a. auch von Schweizer Schildern kennt. Besondere Aufmerksamkeit erhält jedoch die untere Beschriftung. Zu lesen ist dort: WIERZE · ZOPPEN · BRITTEN. Diese ungewöhnliche Wortform wirkt auf den ersten Blick irritierend, lässt sich jedoch mit der luxemburgischen Sprache in Verbindung bringen.
Gerade bei früher Handelsware für Luxemburg finden sich mehrfach Mischformen zwischen deutscher, französischer und regional geprägter Schreibweise. Dass Maggi für Luxemburg eigene Verpackungsvarianten verwendete, ist durch frühe KUB-Dosen dokumentiert, auf denen Luxemburg ausdrücklich genannt wird.

Ein Beispiel für solche Dosen findet man auf der höchst informativen Webseite zur luxemburgischen Industriegeschichte, Industrie.lu. Dort erfährt man auch, dass bereits Ende des 19. Jahrhunderts Maggi-Produkte in Luxemburg angeboten wurden.
Auch ist gesichert, dass in Luxemburg Türschilder für Maggi in zwei Sprachen auftauchten (Deutsch und Französisch), also zwei der drei offiziellen Landessprachen. Mehr dazu lesen Sie hier.


Sonderauflage, die nie zum Einsatz kam?
Allerdings ist es mehr als ungewöhnlich, dass in der Zeit des Entstehens dieser besonderen Schilder, neben Deutsch auch Luxemburgisch genutzt wurde, denn damals war dies noch keine anerkannte Landessprache, sondern wurde als moselfränkischer Dialekt bezeichnet.
Dazu kommt, dass von den drei Wörtern “Wierze“, “Zoppen” und “Britten” eigentlich nur das mittlere korrekt ist: “Zoppen” ist tatsächlich die luxemburgische Übersetzung für Suppen.

“Britten” hingegen gilt im Großherzogtum als ungebräuchlich, ist es doch die Mehrzahl des Wortes “Britt”, das übersetzt Brühe (frz. Bouillon) bedeutet, und eigentlich nur in der Einzahl genutzt wird.
Eigentlich kein richtiges Luxemburgisch
Noch prägnanter ist aber das Wort “Wierze”. Zwar kann man in Luxemburg “etwas würzen”, was mit “eppes wierzen” übersetzbar wäre. Als Substantiv – so wie hier “Wierze” – gibt es das Wort aber dort nicht.
Im Alltagsgebrauch wird die Maggi-Würze in Luxemburg schlicht phonetisch als „Maaji“ bezeichnet, ganz ohne “Würze”. Hier stand wohl eine missverständliche Übertragung bei der Schilderproduktion, die vermutlich in der Schweiz stattfand, am Ursprung.
Es liegt nahe, dass diese sprachlichen Unebenheiten letztlich mit dazu beitrugen, dass die Serie nie in den regulären Gebrauch gelangte. Zumindest ist – entgegen anderer Beispiele wie beim Türschild und der Dose oben – kein Beleg dafür zu finden.

Zehn Schilder werden wohl verkauft
Der Finder hat bislang nur zwei Schilder ausgepackt und die übrigen Exemplare in der ursprünglichen Original-Verpackung belassen: “Das eine kommt als Souvenir in die Küche, das andere ins Museum“, so der Bauunternehmer. Auf Sammler.Net war er nach eigener Aussage bei einer Suche nach Maggi-Emailschildern auf Google gestoßen.
“Ich will dem Nationalmuseum, das eine Abteilung für Luxemburger Industriegeschichte hat, das zweite schenken“, so der Finder. Was mit den weiteren zehn, noch verpackten, Schildern passieren soll, da ist er sich noch nicht ganz sicher.
Vermutlich werde er sie aber wohl verkaufen. “Dabei sollen dann aber die Luxemburger Sammler als erste berücksichtigt werden“, betont er Sammler.Net gegenüber, “ihr könnt ja mal rausfinden, ob so was für die interessant ist?“

Dem kommen wir gerne nach: Wer Interesse an einem solchen seltenen Exemplar hätte, kann einen kurzen Kommentar (unter diesem Beitrag) hinterlassen. Kommentare in sozialen Medien können nicht berücksichtigt werden. Wir bitten um Verständnis!


Schade….ich hatte schon einen guten Platz dafür gefunden und extra den gelben Turban abgeschraubt. 😕 Zum Glück hab ich den noch nicht verkauft.
April, April….
Auflösung:
Bei den vorgestellten Maggi-Emailschildern für Luxemburg handelt es sich, wie einige Leser bereits vermutet haben, um einen Aprilscherz. Weder die beschriebenen Stücke noch die Fundumstände sind historisch belegt. Der Beitrag lehnt sich bewusst an die Form klassischer sammlerischer Fundberichte an und sollte zum 1. April eine kleine plausible Geschichte erzählen. 😄
Für die zahlreichen Rückmeldungen und das Interesse bedanken wir uns herzlich.
Ich hätte gerne dieses Schild.
Danke, kommt auf die Liste
Das muss ich haben!
Danke, kommt auf die Liste
Guten Tag.
Ich komme aus Luxemburg und würde mich sehr über ein Exemplar für meine Sammlung freuen.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen.
Nico
Danke, kommt auf die Liste
Guten Tag. Ich bin noch kein Sammler.Net-Mitglied aber aus Luxemburg. Kann ich ein Schild reservieren?
Danke, kommt auf die Liste
Falls man sich auch als Österreicher um eins der Plakate bewerben kann: Ich hätte Interesse!
Danke, kommt auf die Liste
Bin zwar kein Luxemburger, hätte trotzdem gerne eins! Zahle Liehaberpreis!
Danke, kommt auf die Liste
Ich mag Luxemburg und die Luxemburger und hätte gern zwei von den seltenen Maggi-Schilder!
Danke, kommt auf die Liste. Aber nur 1 Exemplar pro Person!!!