CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares”

Anzeige
Als Partner von Amazon und eBay verdient diese Seite an qualifizierten Verkäufen.

Clausen ist ein Stadtteil der Hauptstadt des Großherzogtums Luxemburg. Hier gab es, seit dem 16. Jahrhundert, verschiedene Brauereien. Mit einem Emailschild der “Bières de Clausen” präsentierte sich ein älteres Paar am Montag, 22. September 2025 im Pulheimer Walzwerk.

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 1
(Screenshots: ZDF)

Im Herzen von Luxemburg-Stadt liegt Clausen, eines der ältesten und zugleich vielseitigsten Viertel der Hauptstadt. Mit seinen 36,06 Hektar Fläche ist es zwar relativ klein, doch seine Geschichte, Architektur und kulturelle Bedeutung machen es zu einem Ort voller Charakter und sichtbar gelebter Vergangenheit.

Der Wandel von Clausen spiegelt sich u.a. stark in seiner reichen Brauertradition wider. In verschiedenen Epochen existierten mehrere Brauereien, die über die Jahrhunderte das Bild des Viertels prägten – und nicht zuletzt sein heute noch vorhandenes Erscheinungsbild mitbestimmen.

Aus der Geschichte der Brauerei

Eine davon war die Brauerei Mansfeld. Sie entstand im 16. Jahrhundert am Ufer der Alzette. Gegründet wurde sie im Jahr 1563 von Pierre-Ernest de Mansfeld. Über die Jahrhunderte wechselte sie mehrmals den Eigentümer.

1907 wurde die Gesellschaft offiziell als Brasserie Funck-Erdmer, Anne Funck & Cie geführt. 1920/21 erfolgte schließlich die Umwandlung in die Aktiengesellschaft Brasserie de Clausen S.A..

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 2
Die Brauerei auf einem alten Foto aus den 1920er Jahren (Bild: Sammler.Net)

Nach Jahrzehnten des Wachstums begann in der Mitte des 20. Jahrhunderts der Wandel: 1971 erfolgte die Fusion mit der Brasserie Mousel unter dem Namen Brasseries Réunies de Luxembourg, Mousel et Clausen. Damit endete die Brauerei Clausen als unabhängige, eigenständige Produktionsstätte.

In den Folgejahren wurden Teile der Brauerei demontiert oder zerstört. Das Gelände wurde später anders genutzt, Bauwerke teilweise abgerissen – ein klassisches Beispiel für die Umwandlung industrieller Räume in neue urbane Bereiche.

Der Name der Brauerei lebt, vor allem in Sammlerkreisen, weiter, in der Erinnerung an traditionelle luxemburgische Bierkultur. Etiketten, Flaschen, Schilder und Fotos der Brauerei sind heute Teil des kulturellen Gedächtnisses der Stadt und des Landes.


Jetzt bei eBay Anzeige
eBay-Partner: Sammler.Net verdient bei möglichen Käufen.
Wird geladen …

Emaillierte Rarität im Pulheimer Walzwerk

Bei “Bares für Rares” im ZDF trat am Montag, den 22. September 2025 ein älteres Paar aus Geilenkirchen auf. Es hatte ein, vor langer Zeit in den Niederlanden erstandenes, Emailschild mit Reklame für die “Bières de Clausen” im Gepäck.

Das Emailschild war recht stark angegriffen, vor allem, was den Rand anbetrifft, wo der Zahn der Zeit – in Form von Rost – sehr stark genagt hatte. Die Oberfläche, der Glanz und die Farben des seltenen Objektes waren allerdings noch sehr gut erhalten.

600 bis 700€ hatten sich die Verkäufer gewünscht. Der Mann schätzte das Schild auf “frühestens die 20er Jahre”. Und lag damit etwas daneben. Das Schild, das für das Luxemburger Bier wirbt, war für den Gebrauch in Belgien bestimmt. Dort, bei der “Emaillerie Belge” war es, im Auftrag der Agentur “Emailgraph”, auch hergestellt worden.

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 3
Das Emailschild von 1936 hatte noch einen sehr schönen Glanz. Hergestellt wurde es in Belgien in der Emaillerie Belge in Brüssel. Es war auch für den Einsatz im Königreich gedacht, was aus der Steuernummer (siehe weiter unten) hervorgeht.

1936: Steuernummer mit Datum lässt genaue zeitliche Einordnung zu

Und wie es bei Reklameobjekten, die in Belgien genutzt wurden, üblich war, muss eine Steuernummer darauf angegeben sein, was heute nur noch bei Reklamen ab einem Quadratmeter Größe der Fall ist.

Diese besteht immer aus den beiden Buchstaben “T. P.” (oder auch dem ausgeschriebenen Schriftzug “Taxe Payée”, also “Taxe bezahlt”), der Ortsangabe (meist “Bruxelles”) sowie einer Zahlen- und Buchstaben-Folge.

Das “T.P.”, das die Expertin witzigerweise mit “Travaux Publiques” übersetzte, was soviel wie “Öffentliche Arbeiten” bedeutet, war beim Clausen-Schild weggerostet. Die Zahlenfolge konnte man indes noch lesen. Und es ist so, dass die letzte Zahlenkombination, in diesem Fall die 1936, das Entstehungsjahr ist.

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 4
Das “T.P.”, Abkürzung für “Taxe payée” – also “Taxe bezahlt” – fehlt auf dem Clausen-Schild. Die letzte Zahlenkombi ist das Produktionsjahr: 1936.

Jos van Katwijk sicherte sich das Schild für 400€

Mit dem Wunschpreis der beiden zeigte sich Expertin Annika Raßbach nicht einverstanden. Sie sah, aufgrund der Schäden – man kann hier von einem Zustand 3+ sprechen – den Wert eher bei 250 bis 350€.

Obwohl mit dieser Schätzung sichtlich unzufrieden, willigten die beiden schließlich dennoch ein, so dass Horst Lichter ihnen die Händlerkarte überreichen konnte. Im Händlerraum gefiel das Schild, allerdings hielt sich die Begeisterung dafür in Grenzen.

Nur zögerlich stiegen die Gebote. Schlussendlich war Jos van Katwijk aus den Niederlanden – wo das Schild ursprünglich ja auch von dem Paar erworben wurde – Höchstbietender. Für 400€ erwarb er das große Emailschild aus dem kleinen Großherzogtum!

Wäre es ein relativ häufiges Schild, dann wären die 400€ etwas zu viel für den Zustand. Aber: frühe Reklame für Produkte aus Luxemburg hat generell – mit wenigen Ausnahmen – sehr niedrige Auflagen. So auch dieses “Bières de Clausen” aus 1936. Und einem luxemburgischen Sammler ist es sicherlich mehr wert!

Nur 112 Exemplare des Schildes wurden produziert

Der Experte in Sachen Luxemburger Brauereien, Yves Claude, der u.a. 2004 das beliebte Diekricher Brauereimuseum gründete, weiß von sieben bekannten Exemplaren. Vor zwei Jahren sei ein solches, in schlechterem Zustand, unweit von Arlon (Belgien), für 400€ verkauft worden.

In dem Zustand, wie das bei “Bares für Rares” verkaufte, bewertet Claude es auf 600 bis 700€. “Allerdings ist das immer eine Sache von Angebot und Nachfrage”, so der Experte. “Dies ist eins von vier verschiedenen Emailschildern der Brauerei” .

Jan de Plus, Experte für Emailschilder aus Belgien und Autor mehrerer Bücher zur Thematik, bestätigte Sammler.Net gegenüber die Seltenheit des Schildes.

110 Exemplare seien von der “Brasserie de Clausen” bei “Emailgraph” bestellt, insgesamt 112 in der “Emaillerie Belge”” insgesamt” produziert worden. Das ist eine für Emailplakate sehr niedrige Auflage.

Weitere Schilder und Projekte für die Brauerei Clausen

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 5
Ein weiteres Schild aus der “Emaillerie Belge” für die Brauerei Clausen (Bild: Jan de Plus)

Der bekannte belgische Sammler, Ausstellungskurator und Buchautor schickte uns ein Bild eines weiteren Clausen Emailschildes aus der “Emaillerie Belge”.

Jan de Plus zeigte sich Sammler.Net gegenüber auch überzeugt davon, dass in dem Emaillierwerk noch andere Schilder für die Brauerei Clausen hergestellt worden sind, die keine Steuernummer tragen, weil sie für den Gebrauch außerhalb seines Landes konzipiert waren.

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 6

CLAUSEN: Seltenes Brauereischild aus Luxemburg bei “Bares für Rares” – Bild 7
Zwei Skizzen zu weiteren Schilder-Projekten aus Belgien für die Brauerei aus Luxemburg (Bilder: Jan de Plus)

Haben Sie selbst Brauereireklame aus Clausen? Zeigen Sie sie uns!

Sollten Sie selbst weitere Infos in Zusammenhang mit der Brauerei Clausen haben oder diesbezügliche selbst Reklameobjekte, können Sie diesen Beitrag gerne damit in Text und Bild bereichern: Einfach den orangefarbenen Button unten links anklicken!



Anzeige
Als Partner von Amazon und eBay verdient diese Seite an qualifizierten Verkäufen.
Bei neuen Kommentaren benachrichtigen
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meiste Stimmen
Inline Feedbacks
View all comments