In einer spektakulären Versteigerung bei Sotheby’s in New York hat ein Porträt von Gustav Klimt den Preisrekord für moderne Kunst gebrochen! Doch auch ein Klo aus über hundert Kilo massivem 750er-Gold sorgte für Aufsehen …

Elisabeth Lederer war die Tochter wohlhabender Mäzene Klimts. (Bild: Sotheby’s)
Das „Bildnis Elisabeth Lederer“, geschaffen zwischen 1914 und 1916, wurde für 236,4 Millionen US-Dollar verkauft – inklusive Aufgeld. Damit avanciert es zum zweitteuersten Kunstwerk, das je bei einer Auktion veräußert wurde.
Ein harter Bieterwettstreit
Die gemalte Dame stellt keine Unbekannte dar: Elisabeth Lederer, die Tochter wohlhabender Mäzene Klimts, ist in einem prächtigen chinesisch inspirierten Gewand dargestellt. Doch nicht nur die Schönheit des Bildes beeindruckt — auch seine Geschichte.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gemälde von den Nazis beschlagnahmt, blieb aber erhalten und konnte später restituiert werden.
Sechs Interessenten lieferten sich einen intensiven, rund 20 Minuten andauernden Bieterwettstreit – und überboten sich teils in Millionen-Schritten. Sotheby’s machte die Identität des neuen Besitzers nicht öffentlich.
Das Gemälde stammte aus der Privatsammlung von Leonard A. Lauder, dem langjährigen Kunstsammler und Erben von Estée Lauder. Lauder hatte das Werk bereits 1985 erworben.
Zweitteuerstes Gemälde der Welt
Der erzielte Betrag übertraf bei weitem die Schätzung von rund 150 Mio. US-Dollar, was den enormen Prestige dieses Werkes unterstreicht.
Mit diesem Verkauf erreicht Klimt eine neue Rekordmarke – es ist das teuerste Werk des Künstlers, das jemals bei einer Auktion gehandelt wurde. Gleichzeitig ist es das wertvollste moderne Kunstwerk, das öffentlich versteigert wurde.

da Vincis Weltretter weiterhin das teuerste Gemälde der Welt.
Den einzigen höheren Auktionspreis für ein Gemälde erzielte bislang Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“, das 2017 für über 450 Mio. US-Dollar den Besitzer wechselte.
Mitbegründer der Wiener Secession
Gustav Klimt, bedeutender Vertreter des österreichischen Symbolismus und Mitbegründer der Wiener Secession, wurde 1862 nahe Wien geboren. Bekannt ist er vor allem für seine Frauendarstellungen, in denen er häufig Blattgold und Einflüsse japanischer Druckgrafik integrierte.
Nach einer Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule arbeitete er zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Ernst an zahlreichen Wandgemälden, die wegen ihres als gewagt geltenden erotischen Ausdrucks teils umstritten waren.
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Nach dem Tod seines Bruders und seines Vaters wandte sich Klimt ab 1896 verstärkt dem Porträt zu und schloss sich ein Jahr später der Secession an. Trotz Kritik an der Sinnlichkeit seiner Motive steigerten sich sein Ansehen und sein Erfolg stetig.
Seine berühmte Goldene Periode, deren Höhepunkt das ikonische Gemälde Der Kuss (1907–08) bildet, zeigt deutliche byzantinische Einflüsse, inspiriert von Reisen nach Ravenna und Venedig. Klimt galt damals als einer der führenden Künstler seiner Zeit, bis er 1918 während der Spanischen Grippe im Alter von 55 Jahren starb.
Auch Gold-Toilette sorgt für Schlagzeilen
Kurioserweise war dieses Auktionsereignis nicht nur wegen des Klimt-Gemäldes bemerkenswert. Direkt danach wurde eine funktionstüchtige Toilette aus 18-karätigem Gold des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan verkauft – zum Preis von 12,1 Mio. US-Dollar.

(Bild: Sotheby’s)
Das ist nur unwesentlich mehr als der aktuelle Goldpreis. Der liegt – Stand jetzt – bei knapp 9.900.000 US-Dollar. Dieses provokative Kunstobjekt sorgt übrigens seit Jahren für Diskussionen über Reichtum, Luxus und die Grenzen moderner Kunst.
Falls der Goldpreis weiter so steigt wie in den letzten Monaten, kann man das Klo getrost bald schon einschmelzen und dabei noch einen satten Gewinn einstreichen. Mit dem Klimt geht das nicht!
