Eine Zigarettenreklame aus den 1950er Jahren in Form einer beleuchtbaren runden Wand- und Tischuhr sorgte am heutigen Dienstag für ein Bietergefecht bei “Bares für Rares”. Wer die Rarität für wieviel erwarb und manch Interessantes über die saarländischen “Bali”-Zigaretten im folgenden Beitrag.
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„Bali – Die Cigarette“ (mit Betonung auf ‘Die’) kann man auf dem Zifferblatt dieser Reklame-Uhr lesen. Die Marke Bali gehörte zu den bekanntesten Zigarettenmarken der saarländisch-westpfälzischen Tabakindustrie und gehörte der Cigaretten- und Rauchtabak-Fabriken Eilebrecht AG in Bruchmühlbach.
Die Wurzeln reichen weit zurück
Obwohl die Marke heute fast vergessen ist, spielte sie in der Nachkriegszeit regional eine bedeutende Rolle. Die Wurzeln der Firma reichen weit zurück. Laut eines Beitrags der Tageszeitung Rheinpfalz entstand das Werk in Bruchmühlbach ursprünglich als Zweigniederlassung der Homburger Hewimsa AG.
Die Hewimsa wurde bereits 1921 von Adam Friedhoff gegründet, das Werk in Bruchmühlbach folgte 1925. Erst nach der Übernahme durch die Familie Eilebrecht in den 1930er Jahren wurde daraus die spätere Eilebrecht AG. 1941 erfolgte schließlich die offizielle Umbenennung in „Cigaretten- und Rauchtabak-Fabriken Eilebrecht AG“.

Die Fabrik entwickelte sich zu einem wichtigen Arbeitgeber der Region. Mitte der 1950er Jahre arbeiteten dort laut Rheinpfalz rund 350 Menschen, überwiegend Frauen.
Um zollpolitische Vorteile zu nutzen, insbesondere während der Zeit des Saarlandes als autonomes Gebiet (Saarstaat) unter französischem Einfluss nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde die Produktion in die Region verlagert.
„Die Tuwak“: Auch in St. Wendel wurde produziert
So wurden ebenfalls in St. Wendel (Fabrik Kockler) die Zigaretten der Marke Bali produziert. Bali war als sogenannte „schwarze Zigarette“ bekannt, ähnlich wie Roth-Händle. Sie bestand oft aus dunklem, kräftigem Tabak, eine Mischung aus regionalem, in Deutschland angebautem und u.a. algerischem Tabak.
Dieser Tabak soll wegen seines kräftigen Aromas besonders gut zur Bali-Zigarette gepasst haben. Im Volksmund war die Fabrik übrigens schlicht als „die Tuwak“ bekannt. Auch museale Quellen bestätigen die Bedeutung der Familie Eilebrecht für die Firma.
Trotz ihrer einstigen regionalen Bedeutung ist die Geschichte von Bali und Eilebrecht heute leider nur noch bruchstückhaft dokumentiert.
Bietergefecht: Schätzpreis bei weitem übertroffen
Was Werbeobjekte der Marke angeht, so sind u.a. Zigarettendosen, Aufsteller aus Pappe, Dauerkalender sowie die Werbeleuchtuhr bekannt, die Daniel aus Köln am Dienstag, den 12. Mai 2026 mit nach Pulheim brachte.

Er hatte die knallige Reklame-Rarität von seinem Onkel, der seinerzeit in einem Zigarettenladen angestellt war und die Uhr nach der Geschäftsauflösung mitnehmen durfte. 80 bis 100€ lautete der Preiswunsch. Experte Detlev Kümmel sah den Wert des Objektes, das er in den späten 1950er Jahren ansiedelte, allerdings höher.
200 bis 250€ sei die Reklame-Uhr sicherlich wert, da es sich um eine Seltenheit handelte, die sich zudem noch in sehr gutem Zustand befindet. Im Händlerraum wurden diese Erwartungen gar noch getoppt! Es entwickelte sich ein regelrechtes Bietergefecht, bei dem David Suppes das Rennen machte. Er bot stolze 360€ für die Uhr.


