Wie erkenne ich, ob ein Emailschild ein Original ist oder nicht? Heute wollen wir dieser Frage anhand eines weiteren Beispiels auf den Grund gehen, einem beliebten Motivschild von MAGGI.
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Das Maggis Produkte, im Original aus der Zeit um 1920, taucht seit einiger Zeit vermehrt als Fälschung auf Floh- und Trödlermärkten, sowie im Internet auf den bekannten Plattformen auf.
Wenn man, so wie hier, das Original und die Kopie nebeneinander stellt, fällt einem natürlich gleich der Größenunterschied auf. Während das authentische Reklameschild mit Werbung für die Produkte von Maggi lediglich 49 x 33 Zentimeter groß ist, misst die Fälschung deren 60 x 40. Diese Dimensionen werden von den Fälschern für sehr viele Projekte eingesetzt.
Das Schild in dieser Ausführung mit den drei Produkten existierte nie als Original in der Größe 60 x 40 cm. Da dieses Motiv historisch nie im Format 60 × 40 cm produziert wurde, spricht dies eindeutig gegen eine Originalität.
Das Original
Analysieren wir nun das Schild etwas genauer. Wir betrachten zunächst das Original und stellen fest:
- Alle Schriften und Darstellungen sind sehr sauber ausgeführt
- Die Flasche links ist sehr präzise dargestellt, das gleiche gilt für die Packung Erbs-Suppen in der Mitte und den Fleischbrühwürfel ganz rechts. Der hat eine authentische Würfelform.
- Die Farben sind hell und leuchtend: Das Gelb richtig knallig und das Rot kräftig!
- Die Schattierungen bei Maggis Produkte genauestens realisiert.
- Da Maggi alle Schilder in Eigenregie produzieren ließ, findet man keine Emaillierwerksangabe, lediglich die Markierung “Ges. geschützt” am rechten unteren Rand.

Die Fälschung
Blicken wir nun auf die Fälschung, so fallen neben den künstlich hervorgeführten Schäden und dem auffälligen, frischen Rost, folgende Unterschiede auf:
- Schrift wie Zeichnung sind beim Fake unsauber ausgeführt.
- Die Flasche links sieht irgendwie schief und verbogen aus und der Würfel ist keiner.
- Die Farben sind kontrastarm, das Gelb sieht aus wie abgelaufener Senf, das Rot ist dunkel und strahlt nicht.
- Die Schattierungen bei Maggis Produkte sind schluderig ausgeführt.
- Die Reproduktion hat man links unten mit “Pyro Email” und rechts mit “Boos & Hahn, Ortenberg-Baden” signiert. Eine solche Signierung ist bei historischen Maggi-Originalen nicht bekannt.

Keineswegs ein “Historisches Emaille-Werbeschild”
Das angebotene Maggi-Schild kommt mit einer vermutlich KI-generierten Beschreibung daher, so wie das auch schon der Fall beim Anbieter u.a. des Muskator– und des Göricke-Schildes den Anschein hatte.
Hier wird die Behauptung aufgestellt, es handele sich bei der Reproduktion um ein “Historisches Emaille-Werbeschild”. Diese Angabe ist anhand der bekannten Produktionsmerkmale nicht zutreffend. Es handelt sich um eine moderne, künstlich gealterte Kopie.

Bei dem Anbieter – der noch weitere solcher Artikel im Angebot hat – handelt es sich indes nicht um denselben wie beim Muskator– und beim Göricke-Schild.
Zumindest dem Verkäufernamen nach zu urteilen. Der lautet “collectorsammler”. Der ironisch anmutende Name dürfte bei echten Sammlern für Stirnrunzeln sorgen und war auch bereits Gegenstand eines Sammler.Net-Forumsbeitrags (siehe hier).



