Legenden der Reklame (18): Bernard Villemot

Bernard Villemot gehört nicht nur in Frankreich zu den prägenden Gestaltern der europäischen Werbegrafik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit Plakaten für Orangina, Perrier und Bally entwickelte er eine internationale Bildsprache von hoher Wiedererkennbarkeit.

Bernard Villemot, 1911 in Trouville-sur-Mer geboren, zählt zu den bekanntesten französischen Werbegrafikern des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete vor allem im Bereich der Plakatgestaltung. Seine Entwürfe prägten über mehrere Jahrzehnte hinweg das Erscheinungsbild großer Werbekampagnen.

Villemot studierte bei Paul Colin, einem bedeutenden Vertreter der französischen Plakatkunst. Dort lernte er die Grundlagen einer klaren und wirkungsvollen grafischen Gestaltung. Früh entwickelte er einen Stil, der auf Reduktion, starke Farbflächen und prägnante Formen setzte.

Klare visuelle Struktur und hohe Wiedererkennbarkeit

Ein zentrales Merkmal seiner Arbeiten ist die klare visuelle Struktur. Villemot arbeitete mit wenigen Elementen, setzte Farben gezielt ein und verzichtete oft auf überflüssige Details. Dadurch entstanden Plakate, die leicht erfassbar waren und eine hohe Wiedererkennbarkeit besaßen.

Entwurf für ein Orangina-Plakat, Gouache auf Papier. Unten links signiert: „Villemot“. Um 1953. Maße: 163 × 130 cm. Dieses Original erzielte anlässlich einer Auktion 2021 in Paris 13.500€ zzgl. Provision. (Bild: Gros-Delettrez | Invaluable.com)

Besonders bekannt wurde er durch Werbekampagnen für Marken wie Orangina, Perrier und Bally. Seine Plakate für Orangina zeigen häufig stilisierte Formen, kräftige Farben und Motive, die Frische und Leichtigkeit vermitteln. Für Perrier entwickelte er ebenfalls Bildlösungen, die mit reduzierter Gestaltung eine starke Werbewirkung erzielten.

Villemot arbeitete überwiegend mit klaren Linien und kontrastreichen Farbflächen. Häufig stellte er einzelne Objekte oder Figuren stark vereinfacht dar. Die Komposition seiner Plakate war darauf ausgerichtet, Aufmerksamkeit schnell zu erzeugen und die Markenbotschaft unmittelbar sichtbar zu machen.

Paradebeispiel erfolgreicher visueller Markenkommunikation

Ein weiteres Merkmal seiner Arbeit ist die stilisierte Darstellung von Menschen, insbesondere weiblicher Figuren. Diese erscheinen oft als grafische Elemente innerhalb der Gesamtkomposition und unterstützen die visuelle Wirkung des Produkts.

Reklame für Perrier: Offsetlithografie, auf Leinwand aufgezogen, 170 × 118 cm. Verkauft bei Christie’s in London für 8.125 GPB plus Provision. (Bild: Christie’s | Invaluable.com)

Bernard Villemot trug wesentlich dazu bei, dass Werbeplakate nicht nur als Informationsträger, sondern auch als gestalterische Arbeiten wahrgenommen wurden. Seine Entwürfe verbinden funktionale Werbung mit künstlerischer Gestaltung.

Bis heute gelten seine Arbeiten als Beispiel für erfolgreiche visuelle Markenkommunikation. Viele seiner Plakate werden weiterhin in Designpublikationen, Ausstellungen und Sammlungen gezeigt.

Die Preise für originale Reklameplakate von Bernard Villemot zeigen seit einigen Jahren eine stabile bis leicht steigende Entwicklung, wobei die Preisspanne stark vom Motiv, Erhaltungszustand, Format und der Seltenheit abhängt.

17.000€: Neuer Auktionsrekord für Villemot-Plakat

Bislang lag der bei Invaluable gelistete höchster Auktionspreis für ein Reklameplakat des Franzosen, für Orangina, bei 8.500 USD zzgl. Provision, dies im Jahr 2024 bei einer US-Auktion. Dieser Preis wurde am Freitag, 27. März 2026 in Worms gleich zweimal übertroffen.

Im Rahmen der Vintage Posters IV kamen heute in Worms einige hundert historische Reklameplakate unter den Hammer, darunter auch zwei Orangina-Werbemotive von Bernard Villemot. Dabei wurde ein auf bis zu 5.000€ geschätztes, extrem großformatiges, zweiteiliges Plakat unerwartet zum teuersten Objekt der Auktion.

Das Plakat, das stark stilisiert drei Orangina genießende Damen am Strand zeigt, die halb von Sonnenschirmen verdeckt werden, übertraf dabei sogar den Preis einer Original-Gouache von Villemot zu einem Plakatentwurf für Orangina, bislang mit 13.500€ das teuerste gelistete Auktionsergebnis für den Franzosen (siehe Bild ganz oben).

Nach einer Bieterschlacht fiel der Hammer erst bei 17.000€, eine Summe, zu dem sich noch die Käuferprovision nebst Taxen gesellen, so dass der finale Preis bei gut 22.000€ liegen dürfte. Ein weiteres Oranginal-Plakat von Villemot wurde für 10.500€ zugeschlagen. Hier lag der Schätzpreis bei 6.000€.



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