Ein seltenes Reklameobjekt in Form eines Hinterglasschildes in einem Leuchtkasten in Hammerschlag-Optik sorgte am Montag, den 7. September 2026 für ein Bietergefecht bei „Bares für Rares“. Es wirbt für Fahrräder und Mopeds der Firma Rixe aus Bielefeld.
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„Fahrräder – Mopeds“ steht auf diesem außergewöhnlichen, beleuchteten Rixe-Werbeschild, dazwischen das Logo des Bielefelder Unternehmens. Ein schönes Stück deutscher Zweiradgeschichte und ein Blickfang aus der Zeit, als Fahrräder und Mopeds zum festen Bestandteil des deutschen Straßenbildes gehörten.
Die Firma Rixe & Co. wurde 1921 im Bielefelder Stadtteil Brake gegründet. Aus der zunächst kleinen Fahrradfabrik entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein bedeutender deutscher Zweiradhersteller. Neben Fahrrädern fertigte Rixe später auch Motorräder, Mopeds und schließlich Mofas.
Rixe in den 1950er- und 1960er-Jahren
Gerade die Nachkriegszeit wurde für Rixe zu einer ausgesprochen erfolgreichen Epoche. Ab 1951 entstanden zahlreiche Mopedmodelle. In den 1950er-Jahren gehörten auch Motorräder mit Sachs- und ILO-Motoren zum Programm.
Anfang der 1960er-Jahre war Rixe bereits ein großer Player der Branche. Ab 1962 warb das Unternehmen mit „3 Millionen verkauften Zweirädern“. Fahrräder liefen hervorragend, und auch die Mopeds verkauften sich gut. Rixe belieferte dabei nicht nur den deutschen Fachhandel, sondern exportierte unter anderem in die Schweiz, die Benelux-Länder, nach Südeuropa und in Überseemärkte.

Ein Prospekt aus den 1960er-Jahren bezeichnet Rixe & Co. entsprechend als „Fahrrad- und Motorradfabriken Brake-Bielefeld“ und zeigt die große Bandbreite des damaligen Fahrradprogramms.
Das Schild, das Sabine und Harald aus Mainhausen mit ins Pulheimer Walzwerk brachten, dürfte um 1960 entstanden sein. Es handelt sich um ein einseitiges Hinterglasschild in einem beleuchteten Leuchtkasten, mit Vorrichtung zur Montage an der Decke. Das Metallgehäuse besitzt die für die Zeit typische Hammerschlagoptik.
Im Mittelpunkt steht das markante Rixe-Emblem, flankiert vom Schriftzug: „Fahrräder – Mopeds“. Harald hatte das Schild von einem inzwischen verstorbenen Freund geschenkt bekommen. „Es hing nun 20 Jahre bei uns im Keller“, erklärte er Horst Lichter und dem Experten Sven Deutschmanek. Zuvor versah es seinen Dienst in der Fahrradwerkstatt des Vaters des verstorbenen Freundes.
Gerade die Kombination aus Hinterglaswerbung, Beleuchtung und dem charakteristischen Metallgehäuse macht das Stück zu einem besonders schönen Beispiel für die Geschäftsausstattung der Wirtschaftswunderzeit.
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Das Ende von Rixe
Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens dauerte noch mehrere Jahrzehnte. Doch Anfang der 1980er-Jahre geriet Rixe zunehmend unter Druck. Am 4. Januar 1985 wurde beim Amtsgericht Bielefeld der Konkurs beantragt. Die Produktionsanlagen wurden anschließend nach China verkauft.
Damit verschwand eine der großen Bielefelder Zweiradfabriken. Das seltene Leuchtschild erinnert somit an eine Zeit, in der Rixe für Fahrräder und Mopeds aus Bielefeld stand und die Marke mit Millionen verkauften Zweirädern zu den bekannten Namen der deutschen Zweiradindustrie gehörte.
Der Preiswunsch der beiden Mainhausener lag bei 100 bis 150 Euro. Doch Experte Deutschmanek, der von einem „nahezu perfekten“ Erhaltungszustand sprach, siedelte den Wert höher an. 300 bis 400 Euro sei die Rarität wert.
Wenig später, im Händlerraum, sollte diese Expertise sogar noch getoppt werden: Besonders dem Eifeler Händler „Waldi“ und seinem Düsseldorfer Kollegen Markus Wildhagen von Wandel Antik hatte es die schöne Leuchtreklame angetan. Beide boten sich gegenseitig hoch und schließlich gab „Waldi“ auf.
Für 500 Euro ging das Teil nach Düsseldorf
Für 500 Euro ging das strahlende Rixe-Reklameschild demnach nach Düsseldorf. So viel war es Markus Wildhagen wert. Ein recht hoher Einkaufspreis für einen Händler. Oder? Wie seht Ihr das: Lasst es uns in der Kommentarspalte wissen!

