Elektrozeit-Zigarettenautomat von 1936 zum Schnäppchenpreis

Knallrot, massiv und selten: Dieser Zigarettenautomat der Marke Elektrozeit stammt aus den 1930er Jahren und zählt heute zu den gesuchten deutschen Verkaufsautomaten. Bei „Bares für Rares“ wechselte das Stück überraschend günstig den Besitzer.

Knallig & massiv: Der seltene Verkaufsautomat für Zigaretten stammt aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre und befindet sich nicht nur optisch in einem sehr gutem Zustand. (Screenshots: ZDF)

Einen imposanten, alten Zigarettenautomaten hatten Ria und Stefan Westermann aus Vreden im Münsterland am Dienstag, den 21. April 2026 mit nach Pulheim zur ZDF-Sendung “Bares für Rares” gebracht.

Dieser große Automat gehört zu den selteneren angebotenen deutschen Verkaufsautomaten der späten 1930er Jahre. Die Zuordnung ist durch das originale seitliche Typenschild eindeutig gesichert.

Hersteller ist die Telefonbau und Normalzeit AG, innerhalb der Abteilung Warenautomaten unter der Bezeichnung Elektrozeit, und das eingestempelte Baujahr 1936 bestätigt die Einordnung in die unmittelbare Vorkriegszeit.

Neben der Firmenbezeichnung findet man auch die Hinweise „Deutsches Erzeugnis“ und „D.R.P.“, die Abkürzung für „Deutsches Reichspatent“ und weist darauf hin, dass Teile der Konstruktion patentrechtlich geschützt waren.

Unter jedem Fach befindet sich bei diesem Gerät ein eigener mechanischer Münzprüfer, über den nach Einwurf der passenden Münze jeweils eine Packung freigegeben wurde. Die gesamte Konstruktion arbeitet rein mechanisch und ist für den dauerhaften Einsatz im öffentlichen Raum ausgelegt.

„Bulgaria Sport“, „Eckstein No. 5“ und „Reemtsma R6“

Das Gerät ist in kräftigem Rot lackiert und trägt auf der Front die schlichte Bezeichnung „ZIGARETTEN“. Hinter vier Sichtfenstern konnten unterschiedliche Marken angeboten werden, in diesem Fall Bulgaria Sport, Eckstein No. 5 und Reemtsma R6.

Die Marke Bulgaria Sport gehörte in den 1930er Jahren zu den preisgünstigeren Sorten und verwies im Namen auf orientalische Tabakmischungen, die damals als besonders aromatisch galten.

Eckstein No. 5 war eine der ältesten deutschen Zigarettenmarken überhaupt. Sie blieb sie über Generationen im Handel und wurde erst 2015/2016 nach mehr als 160 Jahren Marktgeschichte endgültig eingestellt.


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Die dritte angebotene Sorte ist die Reemtsma R 6. Der Zusatz „5 Stück für 20 Pfg.“ zeigt zugleich das typische Kleinformat preisgünstiger Automatenpackungen der 1930er Jahre. Bei Bulgaria Sport gab es sogar 6 Stück zum selben Preis.

Vom Fernsprecher- zum Automatenbau

Die Elektrozeit AG entstand aus dem industriellen Umfeld der Frankfurter H. Fuld & Co. Telephon- und Telegraphenwerke AG, die 1899 von Harry Fuld gegründet wurde.

Fuld entwickelte sich früh zu einem bedeutenden Hersteller von Fernsprech- und Vermittlungstechnik in Deutschland. Aus den dort vorhandenen feinmechanischen Fertigungsmöglichkeiten entstanden später eigenständige Produktionsbereiche für Zeit- und Schalttechnik.

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Die Elektrozeit AG spezialisierte sich auf Haupt- und Nebenuhranlagen, Kontrolluhren sowie mechanische Schaltwerke. Diese technische Grundlage machte auch den Bau von solchen Automaten möglich, da Münzprüfer, Sperrklinken und Federmechanismen ähnliche Präzision erforderten wie Uhrwerke oder Relaisanlagen.

Zigarettenautomaten dieser Bauart wurden vor allem in Gaststätten, Hotels und Bahnhöfen eingesetzt und zählen heute in gut erhaltenem Zustand zu gesuchten Sammlerstücken deutscher Automatengeschichte.

Ein fast perfekter Zustand

Zurück zum ZDF und zu dem Ehepaar Ria und Stefan Westermann, das alles Alte liebt und sein Haus entsprechend eingerichtet hat. Den Zigarettenautomaten, so erklärt Stefan, habe er bereits seit gut 30 Jahren.

Auf bis zu 550€ schätzte Expertin Raßbach den Wert des Automaten. Im Händlerraum gab es schließlich nur 350€ für das Ehepaar Westermann, das sich bis zu 1.400€ erhofft hatte.

Es sei noch in voll funktionsfähigen Zustand, erklärt der Anbieter des seltenen Gerätes, das aus dem Jahr 1936 stammt. Expertin Annika Raßbach ging auf den Automaten und seine Geschichte ein und demonstrierte die Funktionsweise. Den Wert des Automaten, für den sich das Vredener Paar 1.200 bis 1.400€ wünschte, bezifferte sie auf 500 bis 550€.

Im Händlerraum stieß das knallige Teil leider auf wenig Begeisterung. Die Gebote gingen nur zögerlich ein und schweren Herzens überließ das Paar die 90 Jahre alte Rarität für nur 350€ dem Händler Fabian Kahl, der damit ein Schnäppchen gemacht haben dürfte.

Hättet Ihr den Automaten zu diesem Preis auch verkauft, oder lieber wieder mit nachhause genommen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen (orangefarbene Sprechblase links unten anklicken).


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