Die Rettungsweste einer Titanic-Überlebenden erzielte am Samstag bei Henry Aldridge & Son 840.000 Pfund inklusive Provision – rund 965.000 Euro.

Ein außergewöhnliches Original aus der Geschichte der RMS Titanic hat auf dem internationalen Sammlermarkt einen Rekordpreis erzielt: Die Rettungsweste der Überlebenden Laura Mabel Francatelli wurde für 670.000 Pfund zugeschlagen.
Einschließlich Käuferprovision belief sich der Endpreis auf 840.000 Pfund – umgerechnet rund 965.000 Euro.
Die Auktion fand in Devizes, einer historischen Marktstadt im County Wiltshire, England, bei Henry Aldridge & Son statt. Das Auktionshaus hatte das historische Objekt ursprünglich auf 250.000 bis 350.000 Pfund geschätzt, also auf rund 287.000 bis 402.000 Euro. Der Zuschlag lag damit fast doppelt so hoch wie die obere Taxe.
Das internationale Interesse an originalen Titanic-Objekten bleibt damit auf hohem Niveau. Besonders seltene Stücke mit dokumentierter Herkunft erzielen seit Jahren steigende Preise.
Rettungsboot Nummer 1
Die versteigerte Rettungsweste stammt von Laura Mabel Francatelli, die den Untergang der Titanic am 15. April 1912 überlebte. Das aus Segeltuch gefertigte und mit Kork gefüllte Rettungsmittel gilt nach Angaben des Auktionshauses als einzig bekannte öffentlich angebotene Rettungsweste eines namentlich identifizierten Überlebenden.
Für Sammler entscheidend ist die Provenienz: Francatelli hatte die Weste später signiert. Zusätzlich sind darauf die Namen weiterer Überlebender desselben Rettungsboots vermerkt. Solche belegbaren historischen Spuren gelten als wesentlicher Wertfaktor auf dem Markt für maritime Memorabilien.
Laura Mabel Francatelli war 22 Jahre alt und reiste als Sekretärin der Modeschöpferin Lucy Duff Gordon an Bord der Titanic. Gemeinsam mit dem Ehepaar Duff Gordon gelang ihr die Rettung in Rettungsboot Nummer 1.
Dieses Boot ging später in die Geschichte ein, weil es die Titanic mit deutlich weniger Personen verließ, als Plätze vorhanden waren. Die Verbindung zu diesem bis heute diskutierten Kapitel der Katastrophe erhöht die historische Bedeutung des Objekts zusätzlich.
Spitzenpreise für Titanic-Objekte
Henry Aldridge & Son zählt seit Jahren zu den international führenden Spezialisten für maritime Sammlerstücke. Das britische Familienunternehmen erzielt regelmäßig Spitzenpreise für Titanic-Objekte, darunter Briefe, persönliche Gegenstände und Schiffsrelikte.
Der aktuelle Verkauf zeigt erneut: Seltene Originale mit lückenloser Herkunft gehören im Markt historischer Memorabilien weiterhin zu den gefragtesten Sammelobjekten weltweit.

Den aktuellen Preisrekord unter den Titanic-Artefakten hält eine goldene Taschenuhr von Isidor Straus, Mitinhaber des Kaufhauses Macy’s. Das ebenfalls bei Henry Aldridge & Son im November 2025 versteigerte Stück erzielte einen Zuschlag von 1,5 Millionen Pfund und lag damit deutlich über der Schätzung von bis zu einer Million Pfund.
Die 18-karätige Uhr war nach dem Untergang der RMS Titanic sinking aus dem Besitz von Isidor Straus geborgen worden und gilt wegen ihrer außergewöhnlichen Provenienz als eines der bedeutendsten je angebotenen Titanic-Objekte.

