In den 1950er-Jahren brachten die Monimat-Automaten von H.J. Bud-Monheim Berliner Erfindergeist in Kneipen und Kioske. Heute sind die seltenen Geräte gefragte Sammlerstücke und erzielen teils hohe Preise auf Auktionen.
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In den Kneipen und Cafés des Westdeutschlands der 1950er-Jahre klackten und surrten sie leise: mechanische Spielautomaten, die mit einem Hebelzug Hoffnungen auf schnelles Glück weckten.
Unter den Herstellern jener Zeit sticht ein kleinerer Produzent, H.J. Bud-Monheim aus Berlin, hervor. Der Name ist heute eigentlich nur noch Sammlern vertraut. Im Gegensatz zu Geräten wie Bajazzo, Rotamint & Co., die man auch heute noch recht oft findet, sind die Automaten dieses Unternehmens sehr selten.
Herzstück der Produktion war die Monimat-Serie: handwerklich präzise, charmant und typisch für die optimistische Aufbruchszeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Rein mechanische, robuste Geräte
Heinrich J. Bud-Monheim gründete sein Unternehmen Anfang der 1950er in Berlin. Als erfahrener Mechaniker setzte er auf robuste Unterhaltungstechnik.
Seine Automaten füllten eine Nische: Einarmige Banditen, betrieben mit Pfennig-Münzen, deren Gewinne sofort in bar ausgezahlt wurden. Die Geräte waren rein mechanisch – Zahnräder, Federn, Walzen – und für den Einsatz in Kneipen, Kiosken und Jahrmärkten gedacht.
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Die Firma war recht klein, produzierte aber einige tausend Geräte, bevor strengere Gesetze und moderne Elektronik und die starke Konkurrenz die Nachfrage in den 1960ern sinken ließen. Gegen die größeren Hersteller hatte es Bud-Monheim schwer.
Heute existieren schätzungsweise nur noch wenige Dutzend gut erhaltene Automaten, die auf Auktionen teils hohe Preise erzielen.
Die Monimat-Familie
Die kompakten Wandgeräte der Serie (ca. 45 × 65 × 20 cm) nahmen 10-Pfennig-Stücke und zahlten bis zu 20 Münzen aus. Sie basierten alle auf einer Drei-Walzen-Technik. Die Modelle:
- Monimat A (1954): Drehscheibe mit Früchten und Glückssymbolen, das erste Serienmodell.
- Monimat B (1955): Klassischer „Fruchtbandit“ mit Kirschen und Zitronen, langlebig konstruiert – heute sehr gefragt.
- Monimat Caro (1955–56): Walzen mit Zahlenkombinationen, angelehnt an Roulette – seltener und teurer.
- Monimat Dora (1956): Mischform aus Automat und Geschicklichkeitsspiel, mit Kugelmechanik – ein Exot unter Sammlern. Extrem selten!

Alle Geräte teilten die gleiche robuste Bauweise, hatten Anti-Manipulations-Mechanismen und waren einfach zu bedienen und zu warten.
Faszination bis heute
Der Reiz der Monimats liegt in ihrer puren Mechanik: jeder Hebelzug ein präzises Zusammenspiel von Zahnrädern, belohnt mit dem Klicken der Walzen und dem Rascheln von Münzen. In einer digitalen Welt wirken sie wie ehrliche Relikte einer anderen Zeit.
Sehr gut erhaltene Exemplare erzielen heute gerne vierstellige Beträge. Sammlervereine wie der Automatix Club pflegen das Wissen um Reparaturen, vom Austausch ausgeleierter Federn bis zur Justierung der Hebel.
Monimat B bei “Bares für Rares”
Besonders beliebt ist bei Sammlern der Monimat B, Sinnbild der unbeschwerten 50er-Jahre. Ein solcher in recht gutem und funktionsfähigen Zustand tauchte am Mittwoch, den 10. September 2025 in der ZDF-Sendung “Bares für Rares” auf.
Experte Sven Deutschmanek schätzte das Geldspielgerät auf 400 bis 600€, womit die Anbieter, die den Automaten aus einem “70er-Jahre-Partykeller” hatten, nicht gerechnet hätten. Ihre Erwartungen waren niedriger.

Im Händlerraum zeigte sich reges Interesse an dem Berliner Spielautomaten. Händler Anaisio Guedes war schlussendlich bereit, 550€ für den Monimat B auszugeben. Die Verkäufer zeigten sich darüber dann, wie erwartet, mehr als zufrieden.


