Emailschilder-Preise 2025: Nicht mehr weit bis zur Million

Gäbe es einen Wettbewerb um das teuerste Emailschild des Jahres, dann ginge die Trophäe für 2025 mit großem Vorsprung nach Friedrichsdorf. Mit dem Zuschlagpreis von 740.000€ für das “Mein Benz!!” wurde ein Rekord aufgestellt, der in den kommenden Jahren kaum zu schlagen sein wird.

Mit Emailschildern verhält es sich kaum anders als mit anderen Antiquitäten, Kunstwerken und sonstigen Sammelobjekten. Für Massenprodukte – oder Objekte in mäßigem, bis schlechten Zustand – darf man sich kaum einen Wertzuwachs erhoffen. Raritäten, und Schilder in quasi neuwertigem Zustand hingegen, werden immer teurer.

Durchschnittsware blieb oft unter dem Schätzwert

Das wurde auch 2025 wieder deutlich: Während Durchschnittsware auf den Fachauktionen oft nicht einmal den unteren Schätzwert erreichte und in manchen Fällen gar keine Abnehmer fand, sind wohlbetuchte Sammler bereit, für Raritäten tief in die Brieftasche zu greifen.


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Sehr tief sogar. Mit 740.000€ für ein deutsches Emailschild wurde dieses Jahr ein Rekordpreis erzielt, der sobald nicht mehr übertroffen werden dürfte. Inkl. Provision und Steuern liegt der Gesamtpreis bei mehr als 900.000€. Nur einen recht kleinen Sprung von der Million entfernt.

Den absoluten Rekord hält bekanntlich seit August 2022 ein makelloses ‘Musgo Gasoline’-Schild. Das US-amerikanische Emailschild wurde für 1,35 Millionen Dollar versteigert, mit Aufgeld waren das umgerechnet in etwa anderthalb Millionen Euro!

Doch nun zurück zum sich zu Ende neigenden 2025 und den fünf wertvollsten Schildern des Jahres in Europa, die sechsstellige Preise bei Versteigerungen in Friedrichsdorf und in Worms erzielten.

Platz 1: 740.000€ für “Mein Benz!!”

Wir freuen uns sehr Ihnen zur 50. Friedrichsdorfer Reklame-Auktion dieses wohl wertvollste Emailschild überhaupt präsentieren zu dürfen. Bis heute ist kein weiteres Exemplar bekannt. Carl Benz, der Erfinder des Automobils, eine der bekanntesten Marken der Welt, keine Erfindung veränderte die Mobilität des frühen 20ten Jahrhunderts mehr. Dieses Schild wurde in den 1970er Jahren im Raum Stuttgart entdeckt und fand nun nach ca. 50 Jahren den Weg nach Friedrichsdorf.

So der Text im Auktionskatalog von Micky Waue zum teuersten Emailschild des Jahres. Vielleicht des Jahrzehnts oder gar des Jahrhunderts? Erst bei 740.000€ jedenfalls fiel der Hammer! Mehr über das Schild und seine Geschichte finden Sie hier!

Die Bilder vermitteln einen guten Eindruck dieses Glanzstückes der deutschen Emailreklame. Die Darstellung einer jungen Dame, die liebevoll ein Automobil in den Armen hält und glücksstrahlend tänzelnd dem Schild Bewegung verleiht, stammt aus dem Atelier Lippmann.

Das Plakat kommt mit wenig Text aus. Zwei Wörter reichen aus, um die Werbebotschaft zu übermitteln: “Mein Benz!!”.


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Platz 2: 180.000€ für “Anis del Mono”

Das war es dann auch schon für Friedrichsdorf, was die Hitparade der fünf teuersten Emailschilder angeht. Doch selbst zusammengerechnet reichen die Plätze 2 bis 5 – mit insgesamt “nur” 600.000€ Hammerpreis – nicht an das “Mein Benz!!” heran.

Es ist sicherlich nicht untertrieben, wenn wir hier von einer der Top 5 Ikonen der Reklamekunst sprechen: Anis del Mono. Das unverkennbare Markensymbol, der Affe (span.: Mono). Auf den typisch geriffelten Flaschen ursprünglich als Affenmensch dargestellt, hat man ihn auf Emaille an der Hand einer eleganten Dame in Szene gesetzt. Der Entwurf dafür stammt von Ramon Cassas und geht bis in das Jahr 1898 zurück.”

Dieser Text stammt aus dem Katalog zur 38. Wormser Reklame-Auktion vom vergangenen September. Dort erzielte das Emailschild aus der Zeit um 1930 in nahezu perfekter Erhaltung einen Hammerpreis von 180.000€. Auch die Plätze 3 bis 5 gehen für 2025 nach Worms.

Platz 3: 145.000€ für “Chocolat de Villars”

Auf dem dritten Platz landet das im November in Worms versteigerte Emailschild “Chocolat de Villars” aus der Schweiz. Hierzu schreiben die Auktionsveranstalter: “Das unbestrittene Meisterwerk Schweizer Reklame, wertig ausgeführt auf Emaille nach einem Entwurf des Plakatkünstlers und Malers Emil Cardinaux (1877-1936).

Mit Finesse verweist der Graphiker hier auf die Güte der feinen Schokolade, die Darstellung scheint von der Fabel “Vom Fuchs und dem Raben” inspiriert, die dem griechischen Dichter Äsop zugeschrieben wird.

Am 22. November 2025 wurde das Schild anlässlich der 39. Wormser Reklame-Auktion versteigert. Erst bei 145.000€ fiel der Hammer für das herrliche Motivschild aus den Eisenwerken Gaggenau.

Ein weiteres Emailschild mit Reklame für Schokolade aus der Schweiz landete anlässlich derselben Auktion auf Platz 4.

Platz 4: 140.000€ für “Chocolat au Lait / Milch-Chocolade – F.L. Cailler”

In diesem herrlichen Zustand ist das F.L. Cailler-Emailschild eine große Rarität. Im Katalog liest man: “Der Lithostein muss ganz frisch gewesen sein, als dieses Exemplar das Emaillierwerk verließ, die Farbintensität der Schattierungen der Motivelemente sucht seinesgleichen. Das Schild scheint ungehangen, selbst die Rückseite ist absolut rostfrei.

Platz 5: 135.000€ für “Sandeman’s Port”

Das letzte Exemplar der Reklameschilder, die 2025 sechsstellige Preise erzielten, wirbt für den Portwein der Marke Sandeman. Der legendäre Entwurf stammt von Loxton Knight.

Unter dem Bolero, einer Hommage an die andalusische Herkunft der Kellerei, zeigt sich die mystische Silhouette einer Dame, dem Betrachter tief in die Augen schauend erhebt sie ihr Glas – betörender könnte Gebrauchskunst kaum sein, man spricht hier also nicht umsonst von der “Grande Dame” der Alten Reklame, denn die graphische Finesse einer “Sandeman Frau” sucht ihresgleichen.

So wird das Schild im Katalog zur 37. Wormser Reklame-Auktion beschrieben. Zum Zustand heißt es: “Das vorliegende Exemplar ist optisch sehr schön erhalten, kleinere Beschädigungen wurden fachgerecht, aber nicht unsichtbar restauriert.

Verkauft wurde das seltene Emailplakat schlussendlich zum Höchstgebot von 135.000€, natürlich auch in diesem Fall zuzüglich Provision.

Soweit also unser kurzer Rückblick auf das Auktionsjahr 2025 in Sachen Alte Reklame. Es bleibt zu erwähnen, dass Dutzende weiterer Schilder teils sehr hohe, fünfstellige Beträge erzielten. Mehr dazu finden Sie in den Sammler.Net-Berichten zu den jeweiligen Auktionen.

Siehe auch:
👉 Emailschilder-Preise 2024: Neuer europäischer Rekord mit 333.000€
👉 Emailschilder-Auktionen 2023: 210.000€ war das Maximalgebot
👉 2022 war ein Jahr der Rekordpreise


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