
145.000€ für das eine, 140.000€ für das andere! Zwei Schweizer Emailschilder mit Reklame für Schokolade waren die unangefochtenen Stars der 39. Reklame-Auktion in der Kapelle Worms. Am Freitag und am heutigen Samstag kamen insgesamt 493 Lose unter den Hammer.
Los ging es am Freitag kurz nach 15 Uhr mit einem Angebot von 189 Email- und Blechschildern und weiteren Sammelobjekten aus dem Bereich Historische Reklame. Der Großteil davon fand einen Käufer. Lediglich bei sieben Losen ließ sich kein Interessent zu dem festgelegten Startpreis zum Bieten verleiten.
Teuerstes Schild am ersten Auktionstag war ein sehr seltenes Oetker’s Marmeladen Marke Dompfaff, im angenehm kleinen Format und sehr schönem Zustand mit minimalen Restaurierungen.

Dieses war einem Sammler, der es eigentlich schon vor mehr als 30 Jahren bei einer Zacke-Auktion ersteigern wollte, damals aber verpasst hatte, 14.500€ zzgl. Aufgeld wert.
Cappiello-Cinzano und Grenet-Quilmes ohne Gebote
Äußerst ambitioniert war das Angebot dann am zweiten Auktionstag. 304 Lose, darunter zahllose Raritäten in herrlichem Zustand, warteten auf Käufer. Darunter waren nicht nur etliche Schilder im fünf- bis sechsstelligen Bereich, sondern auch sehr gut bis perfekt konservierte “kleinere” Raritäten – wobei hier nicht die Größe gemeint ist.
Vielleicht war dies – im positiven Sinne – etwas zu viel des Guten. 24 Lose, darunter sogar Highlights wie ein Cappiello-Cinzano und ein Grenet-Quilmes (Bilder weiter unten), blieben ohne Gebot. Auch wurden die Schätzpreise oft nicht erreicht.
Was für die Einlieferer weniger schön ist, dürfte aber andererseits genau die Bieter erfreuen, die sich zum Startgebot, oder nur knapp darüber ihren Reklameschatz sichern konnten. So hat jede Medaille zwei Seiten.
145.000€ zzgl. Provision für das “Chocolat de Villars”
Aber es gab auch wieder gleich mehrere Rekorde bei dieser letzten Wormser Reklame-Auktion für das sich zu Ende neigende Jahr zu vermelden. So wurde ein Cailler’s zum bisherigen Höchstpreis für ein Emailschild der Schweizer Schokoladenmarke für 140.000€ zugeschlagen.
Und ein weiteres Schoki-Schild, das legendäre Villars mit dem Fuchs und den Raben, sorgte für Applaus im Auktionssaal: 145.000€ wurden für das ikonische Emailplakat geboten. Zu diesem Moment waren allein auf Invaluable.com mehr als 1.250 Interessenten gleichzeitig online, was beweist, dass das Interesse am Wormser Angebot auch diesmal äußerst hoch war.

Das Chocolat de Villars, mit dem gleichen Motiv aber im Großformat, hält übrigens seit Oktober 2023 mit 210.000€ zzgl. Provision den absoluten Rekordpreis für ein schweizerisches Emailschild (siehe auch hier).
Drittteuerstes Schild der Auktion war ein solches aus dem Bereich der Schifffahrt: Für das auf zwischen 60.000 und 80.000€ geschätzte “Suter Hartmann & Rahtjen’s Composition Co. Ltd.” um 1910 (Bild ganz unten) wurden 76.000€ geboten.
Die 15 am höchsten bewerteten Schilder & die erzielten Resultate
Es waren, alles in allem, wieder zwei aufregende und spannende Auktionstage, zu denen man dem Auktionsteam um Marc Trapp gratulieren kann. Hier nun die Hitparade der 15 Schilder mit den höchsten Schätzwerten vom heutigen zweiten Auktionstag und den tatsächlich erzielten Preisen.
Bilder zum Vergrößern anklicken!

AT/D 50er Jahre, 48 x 73 cm, Pyro-Email, Boos & Hahn.
Zustand: 1+. Schätzpreis: 40.000 – 45.000€
RESULTAT: 32.000€.

abgekantet, schabloniert und lithographiert, Emmen/NL 30er Jahre,
86 x 188 cm, “Langcat” Bussum.
Zustand: 2 (R). Schätzpreis: 40.000 – 60.000€.
RESULTAT: 22.000€

Rumilly/F um 1930, 40 x 60 cm,
Email. Ed. Jean, Paris, signiert: d’après A. Noël.
Zustand: 1. Schätzpreis: 50.000 – 70.000€
RESULTAT: 58.000€

Rumilly (Haute Savoie)/F um 1925, 40 x 60 cm, Emaill. Als. Strasbourg, signiert: A. Noël.
Zustand: 1-2. Schätzpreis: 35.000 – 45.000€
RESULTAT: 20.000€

Dresden um 1925, 40 x 60 cm, Boos & Hahn, Ortenberg-Baden, signiert: L. Hohlwein, München.
Zustand: 2-. Schätzpreis: 40.000 – 45.000€
RESULTAT: 31.000€

Zustand: 2. Schätzpreis: 60.000 – 70.000€
Resultat: Zum Startpreis von 30.000€ unbeboten!

Zustand: 1. Schätzpreis: 35.000 – 40.000€.
RESULTAT: Zum Startpreis von 18.000€ unbeboten!

1920er Jahre, 49 x 70 cm, Pyro-Email, produziert für Südamerika,
signiert: Jean d’Ylen. Boos & Hahn, Ortenberg/Baden.
Zustand: 2. Schätzpreis: 25.000 – 30.000€
RESULTAT: 18.000€.

Vejle/DEN 1927, 40 x 60 cm, Emaillierwerk Gottfried Dichanz, Berlin für Johs. Thejll, Kopenhagen.
Zustand: 1+. Schätzpreis: 70.000 – 90.000€
RESULTAT: 62.000€

40 x 60 cm, Johs. Thejll, København, Entwurf: Sven Brasch (1886-1979)
Zustand: 1. Schätzpreis: 50.000 – 60.000€
RESULTAT: 38.000€

Vevey/CH um 1934, 35 x 50 cm, ein Entwurf von Karl Bickel (1886-1982).
Zustand: 1++. Schätzpreis: 130.000 – 150.000€
RESULTAT: 140.000€

zudem lithographiert, Fribourg/CH um 1910, 34 x 50 cm, Eisenwerke Gaggenau A.G. Gaggenau i/Baden.
Weitere Infos zu Chocolat de Villars: Hier!
Zustand: 2. Schätzpreis: 180.000 – 200.000€.
RESULTAT: 145.000€

Emailschild, gewölbt, sämtliche Farben dick schabloniert, Hamburg um 1922,
50 x 75 cm, Torpedo Email – Frankfurter Emaillirwerke, Neu-Isenburg
Zustand: 1. Schätzpreis: 40.000 – 45.000€
RESULTAT: 44.000€

152 x 102 cm, Patent Enamel Co Ltd, Birmingham.
Zustand: 1. Schätzpreis: 60.000 – 80.000€
RESULTAT: 76.000€

lithographiert, Poessneck um 1910, 73 x 110 cm, Frankfurter Emaillier-Werke Neu-Isenburg.
Zustand: 1+. Schätzpreis: 40.000 – 60.000€.
RESULTAT: 19.000€
