Bei „Bares für Rares“ wurde am heutigen Donnerstag, 10. September 2026 ein ungewöhnliches Erinnerungsstück aus der Frühzeit des ICE versteigert. Seine Geschichte ist fast spannender als der erzielte Preis.
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Mitgebracht hatten das Miniatur-Schild der DB, das zu einer besonderen ICE-Fahrt produziert wurde, Gertrud und ihre Tochter Eva aus Rieneck. Für Gertrud war es allerdings kein zufälliger Flohmarktfund, sondern ein persönliches Erinnerungsstück. Sie arbeitete 1989 in dem Hotel, das anlässlich des Besuchs von Prinz Claus ein Bankett für die geladenen Gäste ausrichtete.
Original als Erinnerungsgeschenk für Prinz Claus der Niederlande
Prinz Claus, der Ehemann der niederländischen Königin Beatrix, war damals mit einem ICE auf einer Sonderfahrt auf der Strecke Würzburg–Fulda–Würzburg unterwegs. Der ICE war zu diesem Zeitpunkt noch eine echte technische Sensation: Der reguläre ICE-Verkehr sollte erst 1991 beginnen.
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Warum Prinz Claus am 31. Oktober 1989 zu dieser besonderen ICE-Fahrt eingeladen wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren. Fest steht jedoch, dass die Fahrt in eine für die Deutsche Bundesbahn höchst interessante Phase fiel: Die neue Schnellfahrstrecke Fulda–Würzburg war erst seit 1988 in Betrieb, und der ICE stand noch am Beginn seiner Karriere.
Die Bundesbahn präsentierte damit eine völlig neue Generation des Hochgeschwindigkeitsverkehrs. So fanden auf dieser Teilstrecke die spektakulären Testfahrten des ICE/V statt, unter anderem der Weltrekord von 406,9 km/h am 1. Mai 1988.
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Für Claus, der in den Niederlanden auch Funktionen im Bereich Verkehr und Exportwirtschaft innehatte, war die Fahrt daher durchaus naheliegend, ob sie allerdings aus diesem beruflichen Zusammenhang heraus zustande kam, ist nicht belegt.
Prinz Claus bekam als Erinnerungsgeschenk das Zuglaufschild in Originalgröße. Für die übrigen geladenen Gäste gab es dagegen offenbar diese kleinen Miniaturausführungen.
Von der Miniatur-Ausführung existieren wohl nur 15 Exemplare
Gertrud erzählte bei „Bares für Rares“, dass insgesamt 16 Personen einschließlich Prinz Claus zum Bankett erwartet wurden. Da letztlich nicht alle Gäste erschienen, blieben zwei der kleinen Schilder übrig. Der Ausrichter des Banketts schenkte eines davon Gertrud.
Daraus lässt sich eine interessante Vermutung ableiten: Wenn für die 15 Gäste jeweils eine Miniatur angefertigt wurde, könnte es von diesem kleinen Zuglaufschild lediglich 15 Exemplare gegeben haben. Eine offizielle Bestätigung dieser Stückzahl gibt es allerdings nicht.
Auch die Materialität wurde in der Sendung thematisiert. Expertin Annika Raßbach bestimmte das Schild als lackiertes Aluminium. Gertrud und Eva hatten eine klare Vorstellung vom Verkauf: 50 Euro sollten es sein.
Die Expertin sah den Wert allerdings höher und schätzte das kleine Stück auf 80 bis 100 Euro. Im Händlerraum wurde dann deutlich, dass die Geschichte und die ungewöhnliche Seltenheit des Schildes auf Interesse stießen.

Mehr als ein Händler wollte das kleine Stück haben. Schließlich bekam der Niederländer Jos van Katwijk den Zuschlag, dies für 150 Euro. Klar, dass dieses Schild in die Heimat des 2002 verstorbenen Prinzen zurückkehren musste!
Damit hat ein unscheinbares kleines Schild aus Aluminium eine bemerkenswerte Reise hinter sich: von einer historischen ICE-Sonderfahrt über ein Bankett mit königlichem Gast und eine Hotelmitarbeiterin aus Rieneck bis in den Händlerraum von „Bares für Rares“ und von da aus zurück ins Land des niederländischen Royals.
