Für Sammler von Michelin-Raritäten dürfte der 18. Juli 2026 ein Pflichttermin sein. In Clermont-Ferrand, der Heimat des Reifenherstellers Michelin, wird eine der bedeutendsten privaten Michelin-Sammlungen der letzten Jahre versteigert. Rund 4.800 Objekte aus mehr als 30 Jahren Sammelleidenschaft kommen dabei unter den Hammer.
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Der französische Sammler Jean-Marc Lecubin begann seine Sammlung eher zufällig. Bei Besuchen in Sternerestaurants entdeckte er die berühmten roten Michelin-Führer und nahm zunächst einzelne Exemplare mit nach Hause.
Aus dieser zunächst kleinen Begeisterung entwickelte sich über Jahrzehnte eine Leidenschaft, die schließlich zu einer beeindruckenden Sammlung mit Tausenden Objekten anwuchs.
Vom Michelin-Führer zur Mammutsammlung
Dabei beschränkte sich Lecubin längst nicht nur auf Michelin-Führer. Im Laufe der Jahre trug er eine außergewöhnliche Vielfalt an Sammlerstücken zusammen.
Neben seltenen Führern finden sich Bibendum-Figuren, emaillierte Werbeschilder, historische Plakate, Werkstattgeräte, Reifenfüller, Kameras, Trophäen, Werbeartikel und zahlreiche Dokumente aus der Unternehmensgeschichte. Nach eigenen Angaben entdeckte er selbst nach Jahrzehnten noch regelmäßig Objekte, von deren Existenz er zuvor nichts wusste.
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Nach Einschätzung des Michelin-Experten Pierre-Gabriel Gonzalez handelt es sich um eine außergewöhnliche Auktion. Private Michelin-Sammlungen dieser Größenordnung gelangen nur äußerst selten auf den Markt.
Zu den bemerkenswertesten Losen zählt ein seltener Verpackungskarton für Fahrradschläuche aus der Zeit um 1900. Auf ihm ist Bibendum vor der Skyline von New York dargestellt. Ebenfalls angeboten wird ein doppelseitiges Michelin-Sicherheitsschild aus den frühen 1910er Jahren sowie ein nahezu hundert Jahre altes „Lebaron-Mich“-Set mit Michelin-Reifenfüller. Hinzu kommen mehrere seltene Kompressoren und historische Werbeobjekte rund um die berühmte Michelin-Figur.
Wie begehrt solche Stücke inzwischen sind, zeigt ein Blick auf frühere Auktionen. Ein vergleichbarer Michelin-Reifenfüller erzielte vor kurzem einen Preis von mehr als 10.000 Euro.
Der heilige Gral der Michelin-Sammler
Besonders viel Aufmerksamkeit dürften zwei Exemplare des legendären Michelin-Führers von 1900 auf sich ziehen. Die erste Ausgabe gilt unter Sammlern als einer der größten Schätze der Michelin-Geschichte.
Für eines der Exemplare wird ein Zuschlag zwischen 16.000 und 18.000 Euro erwartet. Frühere Verkäufe solcher Führer erreichten bereits Preise von bis zu 28.000 Euro.

Die Versteigerung reiht sich in eine lange Tradition ein. Seit dem Jahr 2000 finden in Clermont-Ferrand regelmäßig Spezialauktionen rund um Michelin und Bibendum statt. In Sammlerkreisen gelten sie als die weltweit wichtigste Veranstaltung ihrer Art und ziehen Interessenten aus zahlreichen Ländern an.
Die Auktion live verfolgen
Wer nicht persönlich nach Frankreich reisen kann, hat dennoch die Möglichkeit, die Versteigerung zu verfolgen. Die Auktion wird am 18. Juli 2026 ab 14:30 Uhr live über die Plattform Interencheres übertragen. Dort können registrierte Nutzer nicht nur zusehen, sondern auch direkt online mitbieten.
Die Auktion findet im Rahmen der 27. Internationalen Michelin-Sammlerkonvention statt, die vom 17. bis 19. Juli rund um Clermont-Ferrand veranstaltet wird. Die eigentliche Auktion wird laut Veranstaltern im Casino von Royat nahe Clermont-Ferrand abgehalten.
Für Michelin-Fans und Liebhaber historischer Automobilia verspricht die Versteigerung eines der Highlights des Jahres zu werden. Schließlich bietet sich nur selten die Gelegenheit, in einer Sammlung zu stöbern, die über drei Jahrzehnte gewachsen ist und Tausende Objekte aus der Geschichte einer der bekanntesten Marken der Welt vereint.
Infos in Kürze
- Auktion: 18. Juli 2026, 14:30 Uhr
- Ort: Clermont-Ferrand, Frankreich
- Umfang: rund 4.800 Michelin-Objekte
- Online-Livestream und Gebote über Interencheres möglich.
