10.000€ plus Käuferprovision: So viel Geld war einem Sammler ein kleines Blechschild aus Schweden am Freitag in Worms wert.
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Das Semperit Pin-Up war einer der Stars der V. Petromobilia-Auktion, die am Donnerstag und Freitag in der Nibelungenstadt über die Bühne ging. Geschätzt worden war der Reklameträger aus der Zeit um 1960, der für den schwedischen Markt bestimmt war, auf bis zu 5.000€.
In den 1950er, 60er, 70er und auch noch bis in die 80er Jahre hinein gehörten solche Pin-ups zum Straßenbild. Die ausgeschnittenen Werbeschilder, die an Lastwagen und anderen Fahrzeugen angebracht wurden fielen auf.
Die Reklame wurde auf dem Kühlergrill, an der Front oder an anderer gut sichtbarer Stelle durch die Gegend gefahren, prominent platziert und gut sichtbar.
Pin Up-Reklame: Weniger Technik, mehr Emotion
Viele dieser Schilder – anfangs aus Blech, später auch aus Kunststoff – waren bewusst als attraktive Frauen gestaltet. Sie sollten nicht nur die jeweilige Marke ins Gedächtnis bringen, sondern auch auffallen und sich von der üblichen, meist rechteckigen Reklame unterscheiden.
Ob Motoröl, Reifen oder Autozubehör: Eine gut aussehende Dame verlieh einem rein technischen Produkt einen deutlich emotionaleren Werbe-Effekt.
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Für Sammler sind diese Schilder unter anderem interessant, weil sie ursprünglich als mobile Gebrauchs- und Werbeobjekte Wind und Wetter stark ausgesetzt waren, montiert, abgenommen, verbogen wurden oder im Laufe der Jahre verloren gingen. Entsprechend wenige Exemplare haben die Jahrzehnte in gutem bis sehr gutem Zustand überstanden.
Genau hier wird es für den Sammler spannend: Manche dieser Pin-ups – wie beispielsweise die von Veedol: siehe hier – tauchen noch regelmäßig auf, andere sind selbst auf Auktionen nur äußerst selten zu finden.
Dabei sagt die Bekanntheit einer Marke allein wenig über die Seltenheit eines bestimmten Motivs aus. Entscheidend sind Ausführung, Größe, Produktionsland, Auflage und natürlich die Zahl der erhaltenen Exemplare.
Eins der seltensten Pin Ups überhaupt
In Worms kamen am Donnerstag und Freitag anlässlich der bereits fünften Auflage der Auktionsreihe Petromobilia mehr als 560 Lose unter den Hammer, darunter auch wieder eine stattliche Zahl solcher Pin Ups.
Dazu zählte mit Los Nummer 347 auch das ‘„Semperit“-Girl im Bikini, Blech, SWE um 1960, 20 x 38 cm“ eine Rarität, die im Pin Up Bereich seinesgleichen sucht‘, wie es im Auktionskatalog heißt.

Ein wichtiges Nachschlagewerk für dieses Sammelgebiet ist das 2004 erschienene Buch „Pin-ups werben“ von Dietmar und Markus Schofer. Die beiden Autoren haben darin die Verwendung von Pin-ups in der Werbung dokumentiert und eine große Zahl unterschiedlicher Motive zusammengetragen.
Das reich bebilderte Buch ist bis heute eine interessante Referenz für Sammler, gerade wenn es um weniger bekannte Werbefiguren und seltene Ausführungen geht.
Umso bemerkenswerter ist das Semperit-Girl. In „Pin-ups werben“ wird das Motiv zwar in der Auflistung erwähnt, allerdings ohne Abbildung.
Das nun versteigerte Exemplar vermittelt damit einen besonders interessanten Eindruck von einem Blech-Pin Up, das selbst in einem solchen Spezialwerk nur sehr knapp dokumentiert ist.
Heute: 41. Wormser Reklame-Auktion mit 480 Losen
Auch heute noch wird in Worms alte Reklame im Mittelpunkt stehen, diesmal allerdings nicht nur aus dem Bereich von Automobilia und Petroliana.
Auktionskatalog mit Link zum Live-Verfolgen des Geschehens:
hier klicken!
Insgesamt 480 Lose werden ab 9:30 Uhr zum Aufruf gelangen, darunter wieder große Raritäten aus den Bereichen Email- und Blechschilder.
Diese Auktion steht ganz im Zeichen der Ex-Sammlung eines bekannten französischen Fotografen, Régis Bossu.
