Sammler.Net › Community-Foren › Forum für sonstige Sammelgebiete › Seltene Singer Nähmaschinen Spardose von Ruppel bei “Bares für Rares”
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- 21. Januar 2026 um 7:06 Uhr #83434
François BeschModerator::
Eine kleine Nähmaschine hatte an diesem Mittwoch einen großen Auftritt bei “Bares für Rares”. Ein älteres Ehepaar aus Bayern brachte das Objekt mit nach Pulheim, wo es von Experte Sven Deutschmanek unter die Lupe genommen wurde.
Bei der Miniatur einer frühen elektrischen Nähmaschine der Marke Singer handelte es sich um eine Spardose aus der Manufaktur Ruppel in Gotha. Das Unternehmen wurde im späten 19. Jahrhundert als „Metall- und Lackierwarenfabrik Gebrüder Ruppel“ gegründet.
Hervorragender Zustand
Deutschmanek hob u.a. den extrem guten Erhaltungszustand der seltenen Spardose hervor, die die Besitzer in der Schublade des großen Vorbildes, einer Singer-Nähmaschine, im Elternhaus des Mannes gefunden hatten.
Während der Unterbau der Spardose aus lackiertem Blech besteht, ist die Maschine selbst aus bemaltem Spritzguss gefertigt worden.
Der Wunschpreis des Ehepaares lag bei 80€. Doch der Experte konnte sich damit nicht zufrieden geben. Er schätzte das Objekt aus den späten 1920er, frühen 1930er Jahren auf 200 bis 250€.

Für 260€ wurde das Exemplar bei “Bares für Rares” verkauft. (Screenshots: ZDF)Damit hätten die Verkäufer nicht gerechnet! Im Händlerraum war die Begeisterung sehr groß, fast alle boten mit und Anaisio Guedes erwarb das Teil schließlich für 260€. Noch ein Zehner mehr demnach als der oberste Schätzwert!
Ein stolzer Preis? Ende Dezember 2025 wurde bei eBay.de ein Exemplar in weniger gutem Zustand – und ohne den Original-Schlüssel – für 240€ verkauft.
Bauhaus: Marianne Brandt und Ruppel
Interessante Info am Rande: Um den Anschluss an den Zeitgeschmack zu finden, holte die Firma Gebrüder Ruppel 1929 die Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt nach Gotha.
Als Leiterin der Entwurfsabteilung löste sie den glücklosen Wolfgang Tümpel ab und krempelte die Produktpalette radikal um: Weg von verspielten Scherzartikeln, hin zu sachlichen Metallwaren für den Wohn- und Arbeitsbereich.
Brandt verfolgte dabei konsequent den Bauhaus-Gedanken des praktischen Nutzens, auch wenn sie rückblickend mit der Ästhetik der Fabrikproduktion haderte. Die fruchtbare Design-Ära endete 1932.
Die darauffolgende NS-Zeit zerstörte nicht nur die künstlerische Kontinuität, sondern auch die Existenz der jüdischen Familie Ruppel, die 1938 enteignet wurde und fliehen musste.
Fast wie beim großen Vorbild: Der Maschinendeckel lässt sich hochklappen. Die Spardose aus dem Hause Ruppel befindet sich in sehr schönem Zustand! PS: Wenn jemand von Euch eine solche Singer-Spardose abzugeben hat: Ich wäre am Erwerb interessiert. Bitte per PN (für Mitglieder) oder über das Kontaktformular anschreiben!
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