38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€

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Sammler.Net hatte das absolute Highlight ja bereits genauer vorgestellt: Das Anis del Mono wurde am Samstagabend gegen 18:45 Uhr für 180.000€ verkauft und gehört damit zu den teuersten europäischen Emailschildern. Im folgenden einige weitere bunte Impressionen von der 38. Wormser Reklame-Auktion.

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 1
Auktionator Marc Trapp bei der Präsentation des Anis del Mono-Emailplakats,
das am Samstag für 180.000€ zzgl. Provision versteigert wurde.
(Sämtliches Bildmaterial: Wormser Reklame-Auktion | Invaluable.com)

Zwei Tage lang stand Alte Reklame wieder im Mittelpunkt des Geschehens in der Kapelle Worms. Über 500 Blech- und Emailschilder sowie weitere Raritäten aus dem Bereich der historischen Werbung kamen zum Aufruf.

Am Freitag wurden ab 16 Uhr bereits 177 Lose zur Versteigerung angeboten. Rund 95 Prozent davon fanden einen Abnehmer, lediglich bei neun Objekten, darunter vier sogenannte Hinweisschilder, hob keiner der Anwesenden die Hand und auch online bestand kein Interesse.

Von den 336 Losen, die am Samstag angeboten wurden, fand sich für 19 kein Käufer. Etwas mehr als 94% der Ware konnte umgeschlagen werden.

Günstigstes Schild des ersten Tages war übrigens ein Garagennummer-Emailschild von Mobiloel, das für ganze 50€, dem Startgebot, zugeschlagen wurde. Bei dem Zustand war der Schätzpreis von bis zu 250€ wohl auch etwas hochgegriffen.

Dass es während der 38. Wormser Reklame-Auktion sogar noch günstigere Originale zu erwerben gab, lesen Sie weiter unten!

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 2
Los 157: Mobiloel, Emailschild, Garagennummer, gewölbt, schabloniert, D um 1950, 16 x 16 cm. Zustand*: 3
Schätzpreis: 150 – 250€

Hammerpreis*: 50€

Ganz anders erging es dem Casanova-Hund von Ludwig Hohlwein: Für ihn begeisterten sich gleich mehrere Bieter, so dass der Schätzpreis weit mehr als verdoppelt wurde, was bei restaurierten Teilen eher selten vorkommt.

Erst bei 20.000€ fiel der Hammer bei dem Schild, über das man im Auktionskatalog lesen konnte: “Die Casanova-Bulldogge, elegant dargestellt mit Monokel, Schal und Zigarette ist unbestritten eine der bedeutendsten Reklame-Grafiken überhaupt. Professionell restauriert, fehlende Substanz ergänzt. In dieser Variante sind uns lediglich 7 Exemplare bekannt, eine Chance, sich den sonst unbezahlbaren Klassiker zu sichern.

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 3
Los 63: Casanova Cigaretten, Emailschild, gewölbt, dick schabloniert, zudem lithographiert, Dresden um 1925, 40 x 60 cm, Boos & Hahn, Ortenberg-Baden, signiert: Ludwig Hohlwein, München.
Zustand: Restauriert
Schätzpreis: 7.000 – 8.000€

Hammerpreis: 20.000€

Soweit zum ersten Auktionstag. Die richtig großen Knaller warteten dann aber am heutigen Samstag auf die rund 4.000 eingetragenen Bieter aus aller Welt. 336 Objekte hatten die Wormser Auktionsmacher hierzu ausgewählt, darunter wieder etliche große Raritäten.

Anis del Mono: 180.000€

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Los 489: Anis del Mono, Emailschild, abgekantet, schabloniert und lithographiert, Badalona/ES um 1930, 54 x 108 cm, Ferro-Email, C. Robert Dold, Offenburg i.B., signiert: R. Casas.
Zustand: 1
Schätzpreis: 220.000 – 250.000€
Hammerpreis: 180.000€

Damit gleich nochmal zum absoluten Highlight der Auktion: Anís del Mono, ein spanischer Anislikör, wurde 1870 in Badalona von den Brüdern Bosch gegründet. Der Name und das Affen-Motiv entstanden um 1890, ironisch mit dem Slogan „Es ist der Beste – die Wissenschaft sagt das, und ich lüge nicht“.

Das ikonische Plakat von Ramón Casas aus 1897 wurde zum Symbol des katalanischen Modernisme. Im Auktionskatalog kann man zu dem Emailschild u.a. lesen: “Es ist sicherlich nicht untertrieben, wenn wir hier von einer der Top 5 Ikonen der Reklamekunst sprechen.

Mit einem erzielten Preis von 180.000€ reiht es sich effektiv in die Liste der teuersten Emailschilder aller Zeiten ein …

Wer mehr über das Schild und die spanische Anis-Legende an sich wissen möchte, findet hier einen umfassenden Sammler.Net-Beitrag: Anís del Mono und die Geschichte eines Affen, der (nicht nur) Spanien eroberte.


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Likör Anis del Mono Dulce von 70 cl - Bodegas Osborne (1 Flasche)
Auch heute noch ist der beliebte Anislikör aus Spanien erhältlich. Wie seit jeher wird er in der legendären, geschliffenen Flasche angeboten.

Das Anis del Mono war ohne Zweifel das absolute Highlight der 38. Wormser Reklame-Auktion, doch es gab noch etliche andere Schilder, die für die meisten Sammler wohl unerschwinglich bleiben werden.

Im folgenden stellen wir die weiteren Top 5 vom zweiten Auktionstag (laut Schätzpreis) etwas näher vor.

Noorder Dierenpark Emmen: 60.000€

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 5
Los 505: Noorder Dierenpark Emmen, Emailschild, abgekantet, dick schabloniert, zudem lithographiert, Emmen/NL 30er Jahre, 47 x 72 cm, “Langcat”-Bussum.
Zustand: 1-2
Schätzpreis: 70.000 – 80.000€
Hammerpreis: 60.000€

Der Noorder Dierenpark Emmen war ein Zoo in Emmen, Niederlande, der 1935 gegründet wurde. Er war bekannt für seine naturnahen Gehege und die Darstellung von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung. 2016 wurde der Zoo geschlossen und als Wildlands Adventure Zoo Emmen an einem neuen Standort wiedereröffnet.

Der Park bot zahlreiche Attraktionen, darunter Safaris und Themenbereiche wie Dschungel und Savanne. Heute ist Wildlands ein modernes Erlebniszentrum mit Fokus auf Abenteuer und Natur.

Dieses Emailschild mit der realistischen Darstellung eines Eisbären in seinem natürlichen Umfeld ist laut Auktionshaus das einzig Bekannte in der Größe.  “Lediglich in einer größeren, fast 2 m hohen Variante gibt es noch ein weiteres Einzelstück” heißt es dazu im Katalog.

Der ausführende Künstler ist unbekannt, die einzige Signatur ist die des Emaillierwerks Langcat Bussum.

Tungsram Radio: 70.000€

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 6
Los 399: Tungsram Radio, Emailschild, gewölbt, schabloniert und lithographiert, um 1930, 24 x 35 cm, Hersteller höchstwahrscheinlich Boos & Hahn, Ortenberg.
Zustand: 1
Schätzpreis: 60.000 – 80.000€
Hammerpreis: 70.000€

Tungsram, ursprünglich ein ungarischer Glühlampenhersteller, wurde 1896 gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich zu einer bekannten Marke für Beleuchtungstechnik.

Besonders in den 1920er- und 1930er-Jahren prägte Tungsram mit kreativer Reklame das Stadtbild. Die Marke steht für Innovation und Qualität in der Beleuchtungsindustrie. Heute gehört Tungsram zu GE Lighting und bleibt ein Synonym für langlebige Lampen.

Weitere Informationen über Tungsram finden Sie in folgendem Sammler.Net-Beitrag: Tungsram: Vom Glühfaden zur Reklame-Ikone.

Zum Schild heißt es im Auktionskatalog u.a.: “Als Röhrenkopf in der Alten Reklameszene verehrt, ziert diese Grafik nicht von ungefähr den Ausstellungskatalog “Enamel Icons” des “The Macao Museum of Art”. Wenn auch bis dato mit unbekanntem Künstler gelistet, ist der in strengstem Bauhaus-Stil gehaltene Entwurf legendär” .


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Cristal Chaudfontaine: 36.000€

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 7
Los 463: Cristal Chaudfontaine, Emailschild, gewölbt, schabloniert und fein lithographiert, Belgien 1932, 49 x 69 cm, Ferro-Email, gemarkt: Création Etabl. Vercasson Paris.
Zustand: 2+
Schätzpreis: 60.000 – 70.000€
Hammerpreis: 36.000€.

Chaudfontaine ist ein belgisches Mineralwasser, das aus einer Thermalquelle in der gleichnamigen Stadt stammt. Die Quelle, bekannt seit der Römerzeit, liefert natürlich reines Wasser mit einzigartiger Mineralzusammensetzung. Daher auch der Name Cristal (Kristall).

Das Wasser wird seit 1924 in verschiedenen Varianten, still und sprudelnd, angeboten. Chaudfontaine gehört heute zu Coca-Cola und steht für Qualität und Erfrischung. Es wird in umweltfreundlichen Flaschen aus recyceltem Material vertrieben.

Bei dem vorliegenden Emailschild handelt es sich um eine besondere Rarität, da es fast immer nur in flach abgekanteter Ausführung auftaucht. “Wer diese Variante nicht kennt, wird sich die Augen zweimal reiben: die Chaudfontaine Taube aus der Feder von Jean d’Ylen in gewölbter Ausführung, eines von drei bekannten Exemplaren” heißt es dazu im Auktionskatalog.

Cinzano et Florio: 48.000€

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 8
Los 328: Cinzano et Florio, Emailschild, schabloniert und lithographiert, F 1931, 56 x 82 cm, Publi-Signal, Email Ed. Jean.
Zustand: 2
Schätzpreis: 60.000 – 70.000€
Hammerpreis: 48.000€.

“Cinzano et Florio” ist der Titel eines berühmten Reklameplakats von Leonetto Cappiello aus dem Jahr 1930, das die beiden italienischen Marken Florio und Cinzano bewarb und das es auf Papier in verschiedenen Größen gab. 

Auf dem Plakat springen zwei dynamische Zebras, in den Firmenfarben Rot und Weiß, resp. Blau und Weiß gestreift, auf schwarzem Hintergrund dem Betrachter entgegen, wobei die Produkte durch große Flaschen auf dem Plakat repräsentiert werden. 

Dieses Plakat war Teil einer groß angelegten gemeinsamen Werbekampagne, die Florio und Cinzano als beste Aperitifs bewarb.


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Leonetto Cappiello und etliche seiner bekanntesten Reklameplakate stehen im Mittelpunkt dieses attraktiven Wandkalenders für 2026

 

Florio Marsala ist ein Likörwein, der von der historischen Cantina Florio in Marsala, Sizilien, hergestellt wird. Es handelt sich um einen traditionellen, angereicherten Wein, der hauptsächlich aus den weißen Rebsorten Grillo und Cataretto gewonnen wird. 

Das bekannte Familienunternehmen Cinzano existiert seit 1757. 1999 wurde es von der Campari-Gruppe übernommen. Cinzano gibt es in mehreren Sorten.

Beim Emailschild wurde der schwarze durch einen weißen Hintergrund ersetzt. “Dadurch, dass sich (entgegen dem Plakat) hier für einen hellen Hintergrund entschieden wurde, umgibt beide Pferde ein mystischer, fein lithographierter Nebel” heißt es hierzu im Auktionskatalog.

Bona Margarine: 60.000€

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 9
Los 282: Bona Margarine, Emailschild, abgekantet, schabloniert und lithographiert, DEN 1929, 58 x 118 cm, Johs. Thejil, København, nach einem Entwurf von Sven Brasch.
Zustand: 1
Schätzpreis: 60.000 – 70.000€
Hammerpreis: 60.000€.

1888 begann im dänischen Sønderborg, damals noch preußisch, die spätere Geschichte der Solofabrikken A/S. Der Unternehmer P. Knarhøj brachte mit seiner „PE-KA-Margarine“ ein Produkt auf den Markt, das nicht nur den Geschmack traf, sondern auch den immer strenger werdenden Hygienestandards standhielt.

1919 übernahm Bona A/S aus Kopenhagen, damals im Besitz des Niederländers Van den Bergh, die Fabrik, die ab 1929 unter dem neuen, im gleichen Jahr in Belgien registrierten, Markennamen Solo betrieben wurde.

In den 1930er-Jahren fiel sie an Unilever und wurde zu einer dänischen Bastion im sogenannten Margarinekrieg. Der Begriff stand für einen aggressiven Preiskampf zwischen in- und ausländischen Produzenten.

Nach einem Entwurf von Sven Brasch (dän. Plakatkünstler, 1886-1970), der hier Hänsel & Gretel aus dem gleichnamigen Märchen der Gebr. Grimm im Bauhaus Stil abstrahiert und damit eine dänische Werbeikone schuf” kann man im Auktionskatalog zu diesem Emailschild lesen.

Warum Repros kaufen, wenn es günstige Originale gibt?

Soweit zu einigen der Spitzenteile, die am Freitag und am heutigen Samstag in Worms den Besitzer wechselten. Man musste jedoch nicht wohlhabend oder gar steinreich sein, um sich ein Stück Original-Reklame leisten zu können.

Für weniger als das, was viele für ein Repro ausgeben, konnte man etwa eine signierte Lithographie “Mit Höflichkeit geht alles besser” aus den frühen 1930er Jahren ergattern. Das witzige Plakat im stattlichen Format von 70,5 x 50 cm wurde für ganze 30€ zugeschlagen.

38. Wormser Reklame-Auktion: Anis del Mono bringt 180.000€ – Bild 10
Plakat, lithographiert, D 30er Jahre, Druck: 70,5 x 50 cm, , Wirtschafts-Werbeverlag – Curt Cowall – Berlin, signiert: Peter Landhoff.
Schätzpreis: 100 – 120€

Hammerpreis: 30€

* Hammerpreis: Der Betrag, zu dem das jeweilige Los zugeschlagen wurde. Dazu kommen noch 19% Provision für das Auktionshaus. Dazu gesellen sich Mehrwertsteuer sowie, bei Online-Bieren, die Provision für die jeweilige Plattform.

* Zustand: Allgemein gilt bei Blech- und Emailschildern – auch bei anderen Reklameobjekten teilweise angewendet – eine Zustandsbeschreibung zwischen 0 und 5. Siehe auch: Allgemeines zum Thema Emailschilder.


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