Philips-Autolampen in der Welt der Reklame

Von der Half-Watt-Lampe bis zum spektakulären Super-Duplolux-Emailschild: Die Geschichte einer technischen Innovation und ihrer außergewöhnlichen Reklame.

Als das Automobil Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug antrat, wurde auch die Beleuchtung zu einem wichtigen Thema. Die ersten Fahrzeuge waren vielfach noch mit einfachen Kutschen- oder Karbidlampen unterwegs.

Mit der zunehmenden Verbreitung elektrischer Anlagen begann jedoch eine neue Ära. Einer der Namen, die diese Entwicklung entscheidend mitprägten, war Philips aus den Niederlanden.

Für Sammler historischer Reklame ist diese Geschichte besonders interessant. Denn Philips bewarb seine Autolampen nicht nur mit technischen Argumenten, sondern auch mit originellen Plakaten, illustrierten Prospekten und außergewöhnlichen Emailschildern.

1914 begann Philips mit seiner ersten Autoglühbirne, der sogenannten Half Watt. Sie markiert den Beginn der Geschichte der Philips-Automobilbeleuchtung.

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Rauchen verboten

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Aus der Zeit um 1950 stammt dieses emaillierte, gewölbte Emailschild in der handlichen Größe von 20 x 3 Zentimetern.
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1924 folgte die Philips Duplo. Sie gehörte zu den frühen Autolampen mit zwei Glühfäden, die unterschiedliche Lichtfunktionen in einer Lampe ermöglichten. Die Entwicklung war ein wichtiger Schritt hin zu einer leistungsfähigeren Beleuchtung für den zunehmenden Straßenverkehr.

Doch Philips erkannte nicht nur die Bedeutung der technischen Weiterentwicklung. Auch die Art, wie solche Innovationen dem Publikum präsentiert wurden, spielte eine immer größere Rolle.

Louis Kalff und die moderne Philips-Reklame

Als der Designer Louis Kalff 1925 seine Arbeit für Philips aufnahm, sollte sich auch die Gestaltung der Werbung verändern. Er wollte die technische Modernität des Unternehmens in einer zeitgemäßen Bildsprache vermitteln.

Kalff trug außerdem dazu bei, das Erscheinungsbild des Philips-Schriftzugs zu vereinheitlichen. Statt wechselnder Schriftformen setzte sich zunehmend ein kräftiges, markantes Wortbild durch.

Historische Schilder und Drucke aus dieser Zeit sind heute nicht nur Dokumente der Produktgeschichte, sondern auch Zeugnisse der Entwicklung des modernen Grafikdesigns.

Duplolux Selectiva: Das gelbe Licht der 1930er-Jahre

In den 1930er-Jahren entwickelte Philips seine Automobilbeleuchtung weiter. Zu den besonders interessanten Produkten gehört die Duplolux Selectiva.

Philips führte die Duplolux Selectiva laut einem späteren Unternehmensrückblick 1936 ein. Sie stand für eine neue Generation von Scheinwerferlampen, die eine verbesserte Lichtverteilung und mehr Sicherheit beim Fahren ermöglichen sollten.


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Ein besonderes Merkmal der beworbenen Selectiva-Ausführung war ihr geriffeltes gelbes Lampenglas. Die Werbung stellte das gelbliche Licht als angenehmer und weniger blendend dar, insbesondere bei Nebel und gegenüber entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern.

Wie bei vielen technischen Neuerungen jener Zeit wurde der Fortschritt nicht allein mit sachlichen Argumenten verkauft. Philips setzte auf einprägsame Bilder, humorvolle Figuren und deutliche Werbebotschaften.

Etwas Humor und eine klare Botschaft

Ein besonders schönes Beispiel ist das hier gezeigte Emailschild mit der Aufschrift: PHILIPS SUPER DUPLOLUX – SELECTIVA. Am unteren Rand steht in schwungvoller orangefarbener Schrift der französische Slogan: „La nouvelle lumière jaune“ »” (Das neue gelbe Licht).

Das Schild zeigt einen karikaturhaften Autofahrer in einem blau-weiß karierten Anzug. Vor seinem Körper ist eine große gelbe Autolampe dargestellt. Unter seinem Fuß liegt eine Figur, die mit dem Wort „Éblouissement“ (Blendung) bezeichnet ist.

Die Bildidee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Der Autofahrer scheint die störende Blendung regelrecht unter Kontrolle zu bringen. Die neue gelbe Beleuchtung wird als überzeugende Alternative zum herkömmlichen, „blendenden“ Licht präsentiert.

Die Kombination aus schwarzem Hintergrund, großem weißen Schriftzug, kräftigen Farben und humorvoller Illustration macht das Schild zu einem herausragenden Beispiel für die Automobilwerbung der Zwischenkriegszeit.

Emailschilder, Plakate, Kataloge und Prospekte

Die Philips-Emailschilder sind keineswegs die einzigen interessanten Zeugnisse dieser Produktgeschichte. Das spezialisierte niederländische Archiv Kunst in de Philips-Reclame dokumentiert zahlreiche weitere Werbemittel für Autolampen:

So finden wir hier, unter anderem:

  • 1927: Werbeentwürfe und Plakate, in denen der markante Philips-Schriftzug bereits deutlich hervortritt.
  • 1933: ein Katalog für die Philips Super-Duplo Selectiva.
  • 1934: eine Broschüre zur Philips Super-Duplolux.
  • 1936: eine Broschüre für die Philips Duplolux Selectiva.
Einige Entwürfe von Louis Kalff auf der Webseite Kunst in de Philips-Reclame (Screenshot).

Dazu kommen Anzeigen, kleinere Werbedrucke und weitere historische Prospekte. Solche Stücke sind nicht nur für Philips-Sammler interessant. Sie dokumentieren zugleich, wie sich die Werbung für das Automobil im Laufe der Jahrzehnte veränderte.

Wer sich mit historischer Reklame beschäftigt, sollte deshalb auch nach Papierwerbung, Schaufensterdekorationen und Produktkatalogen Ausschau halten und nicht nur nach Blech- und Emaille. Nicht selten lassen sich erst durch den Vergleich mehrerer Quellen Produktbezeichnungen, Motive und Datierungen genauer einordnen.

„Kunst in de Philips-Reclame“

Die Geschichte der Philips-Autolampen verbindet technische Innovation mit der Entwicklung moderner Reklame. Von der Half-Watt-Lampe des Jahres 1914 über die Duplo bis zur Duplolux Selectiva der 1930er-Jahre entstand eine ganze Reihe von Produkten, deren Werbung heute einen besonderen historischen Wert besitzt.

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Zuave - Keramikfigur mit polychromer Glasur. Manufaktur René Delaunay, Saint-Uze, Frankreich um 1900

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Sehr seltene französische Keramik-Spardose in Form eines Zuaven. Frühe Ausführung mit polychromer Glasur.
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Das Emailschild von 1934 ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Es wirbt nicht einfach für eine Glühlampe, sondern erzählt mit wenigen Worten und einer humorvollen Illustration eine ganze Geschichte über Fortschritt, Sicherheit und die neue Welt des Automobils.

Für Sammler historischer Reklame lohnt es sich daher, Philips nicht nur als Hersteller von Glühlampen und Elektronik zu betrachten, sondern auch als bedeutenden Auftraggeber für die Werbegrafik seiner Zeit.

WEBTIPP:
Wer sich näher mit der Thematik Philips-Reklame befassen möchte, dem sei die Seite Kunst in de Philips-Reclame ans Herz gelegt!

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