Seit 60 Jahren mit NASA-Zertifizierung

Von der Rennstrecke zur Raumstation: Die Omega Speedmaster hat eine der spektakulärsten Karrieren hingelegt, die je eine Armbanduhr erlebt hat. 2025 jährt sich ihre offizielle NASA-Zertifizierung zum 60. Mal – ein Jubiläum, das eine besondere Uhr verdient.
Als Omega 1957 die erste Speedmaster vorstellte, war nicht der Weltraum das Ziel, sondern der Asphalt. Motorsport stand Pate für die Gestaltung: eine robuste Uhr mit Tachymeterskala auf der Lünette – damals ein Novum – und einem Design, das Funktionalität und Eleganz vereinte. Die Referenz CK2915 war der Anfang einer Reise, deren Ziel damals noch niemand kannte.
Doch schon wenige Jahre später schwebte die Speedmaster durch die Stratosphäre. 1962 nahm der Astronaut Wally Schirra seine persönliche CK2998 mit auf die Mercury-Atlas-8-Mission. Ganz ohne NASA-Segen – einfach, weil sie gut war. Oder besser: zuverlässig. Und das sollte sich als entscheidend erweisen.
1965: NASA-Test, Härtetest, Ritterschlag
Als die NASA eine offizielle Missionsuhr suchte, ließ sie mehrere Hersteller antreten – Rolex, Longines, Hamilton und Omega. Die Uhren mussten Bedingungen standhalten, wie sie kein Uhrenliebhaber seiner Sammlung zumuten würde: Vakuum, 93 % Luftfeuchtigkeit, Temperaturschocks von -18 °C bis +93 °C, Erschütterungen, Beschleunigung bis 7g.
Nur eine Uhr überlebte: die Omega Speedmaster, Referenz 105.003. Am 1. März 1965 erklärte die NASA sie zur offiziellen Uhr aller bemannten Raumflüge. Und sie sollte mehr als ein halbes Jahrhundert lang diesen Titel behalten.
1969: Ein kleiner Schritt für den Menschen…
…aber ein riesiger Sprung für Omega. Als Buzz Aldrin am 20. Juli 1969 seinen Fuß auf den Mond setzte, trug er am Handgelenk eine Speedmaster Professional. Neil Armstrong hatte seine Uhr im Mondmodul gelassen – dort war der elektrische Zeitgeber ausgefallen. Das Resultat: Die Speedmaster wurde zur ersten Uhr auf dem Mond.
Was folgte, war eine Jahrzehnte andauernde Partnerschaft mit der Raumfahrt – und ein Mythos, wie ihn keine andere Uhr erreicht hat.
1970 zeigte die Speedmaster, dass sie nicht nur ein dekoratives Accessoire war. Nach einer Explosion an Bord von Apollo 13 mussten die Astronauten ein Triebwerksmanöver exakt timen, um zur Erde zurückzukehren. Der Bordcomputer war ausgefallen. Sie verwendeten ihre Speedmaster, um die Brenndauer zu stoppen – ein perfekter 14-Sekunden-Zeitraum, der den Wiedereintritt rettete.
Für diese Leistung erhielt Omega später den „Silver Snoopy Award“ – die höchste Auszeichnung, die die NASA externen Partnern verleiht.
Eine Uhr, die sich treu bleibt – und dennoch wandelt
Die Speedmaster Professional hat sich seit den 1960er-Jahren nur behutsam verändert. Das Grunddesign blieb gleich: 42 mm Durchmesser, asymmetrisches Gehäuse, schwarzes Zifferblatt, drei Hilfszifferblätter und die ikonische Tachymeter-Lünette.
Aber im Inneren bewegte sich viel. Das ursprüngliche Kaliber 321 – mit Säulenrad und horizontaler Kupplung – wurde 1968 durch das Kaliber 861 (und später 1861) ersetzt: einfacher zu fertigen, robuster.
Seit 2021 schlägt in der Moonwatch das Kaliber 3861 – mit Co-Axial-Hemmung, Master Chronometer-Zertifizierung und Magnetfeldresistenz bis 15.000 Gauss. Moderne Technik – verpackt im vertrauten Look.
2022 taten sich Omega und Swatch zusammen und schufen aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums des ersten All-Auftritts der Uhrenlegende eine … Plastik-MoonSwatch. Siehe hierzu auch unseren Kommentar von Dieter Best.
Die Meinung von Dieter Best
MoonSwatch – Ikone in Plastik? Oder cleverer Pop-Kult für Puristen?
Editionen für Sammler und Geschichtsliebhaber
Die Speedmaster-Welt ist längst mehr als ein Modell. Omega hat über die Jahre eine Vielzahl an Sondereditionen und Neuinterpretationen geschaffen:
- „First Omega in Space“: eine Hommage an Schirras CK2998, mit eleganterem Design und 39,7 mm Durchmesser.
- „Apollo 11 50th Anniversary“: Jubiläumsmodelle in Stahl und Gold – mit einzigartigen Gravuren, historischen Details und limitierter Auflage.
- „Dark Side of the Moon“: moderne Interpretation in schwarzer Keramik – sportlicher, kantiger, aber mit Seele.
- „Silver Snoopy Award“ 2003 & 2020: Sammlerstücke mit charmanten Details, darunter eine animierte Rückseite beim 2020er-Modell.
- Moonphase-Modelle mit fein ausgearbeitetem Mondgesicht oder Meteorit-Zifferblatt – Technik und Romantik vereint.
Zum 60. Jahrestag der NASA-Zertifizierung bringt Omega neue Varianten ins All der Uhrmacherei:
- Weiße Moonwatch (2024) – inspiriert von Raumanzügen, mit einem frischen Look, der trotzdem unverkennbar Speedmaster bleibt.
- Speedmaster Moonphase Meteorit (2025) – ein Zifferblatt aus echtem Meteoriten, kombiniert mit Kalender und Mondphasenanzeige. Für alle, die echtes Sternenstaub-Feeling am Handgelenk suchen.
Warum die Moonwatch mehr ist als ein Zeitmesser
Die Speedmaster ist keine Modeerscheinung. Sie ist eine Brücke zwischen Technik, Geschichte und Emotion. Sie hat Menschen auf den Mond begleitet, Leben gerettet, Mythen geschaffen – und sich dabei selbst immer treu geblieben.
Sie ist ein Symbol für Neugier, Präzision und Pioniergeist. Und in einer Zeit, in der vieles kurzlebig geworden ist, bleibt sie eine Konstante. Wer sie trägt, trägt Geschichte. Und wer sie sammelt, bewahrt ein Stück Menschheitsleistung.
Sammlertipps zur Omega Speedmaster
Welche Speedmaster ist „die Richtige“?
| Modell | Sammlerwert | Bemerkung |
|---|---|---|
| CK2915 (1957–59) | ★★★★★ | Die allererste Speedmaster – extrem rar, 6-stelliger Wert. |
| CK2998 (1960er) | ★★★★☆ | „First Omega in Space“ – historisch bedeutsam, beliebt. |
| 105.003 | ★★★★★ | Das Modell, das NASA zertifizierte – „Ed White“-Referenz. |
| 145.012 / 105.012 | ★★★★☆ | Getragen bei Apollo 11 – immer noch unterbewertet. |
| Speedmaster 321 Re-Edition (2019) | ★★★☆☆ | Fantastisch gefertigt, aber (noch) eher modern als rar. |
| Silver Snoopy 2020 | ★★★★★ | Kultstatus – mit animiertem Gehäuserücken, schwer zu bekommen. |
📈 Markttrend & Preisentwicklung
- Vintage-Modelle (besonders vor 1970) steigen weiter im Wert – Authentizität, Zustand und Originalteile sind entscheidend.
- Sondereditionen (Moonshine Gold, Snoopy, Apollo 11 LE) erzielen teils deutlich über Listenpreis – Tendenz steigend.
- Standard-Moonwatch Professional mit 3861: stabiler Wert, besonders als „Hesalit-Version“ beliebt bei Puristen.
Tipp: Modelle mit Originalpapieren, Boxen und unpolierten Gehäusen sind im Sammlermarkt deutlich höher einzuschätzen.
Speedmaster vs. Konkurrenz: Wie schlägt sie sich?
| Marke / Modell | Prestige | Historie | Technik | Sammlerinteresse |
|---|---|---|---|---|
| Omega Speedmaster | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Rolex Daytona | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ |
| Zenith El Primero | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐ |
| TAG Heuer Carrera (Vintage) | ⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐ |
Die Speedmaster hat mit Abstand den höchsten historischen Wiedererkennungswert – sie ist ja auch die einzige, die nachweislich auf dem Mond war.
Wenn du mit dem Sammeln der Speedmaster beginnen willst:
- Einsteigerfreundlich: Moonwatch Professional mit Kaliber 3861 (Hesalit, Stahlboden).
- Vintage mit Potenzial: Ref. 145.022 (Kaliber 861, Baujahr 1969–1980er) – guter Kompromiss zwischen Geschichte & Preis.
